Erstellt am 17. Juli 2012, 14:00

Metaller-Herbstlohnrunde vor Aus. Die seit 40 Jahren richtunggebende gemeinsame Herbstlohnrunde der Metaller steht offenbar vor dem Aus.

Nach dem Absprung des Fachverbandes Maschinen & Metallwarenindustrie (FMMI) wollen neben den Gießereien auch die anderen vier Fachverbände nicht mehr länger im Verbund mit der Metall- und Privatangestelltengewerkschaft (PRO-GE), sondern getrennt nach Branchen verhandeln.

Die Gewerkschaften wollen das nicht hinnehmen und haben laut der Zeitung für 8. August eine Krisensitzung der Gewerkschaftsspitze angesagt, auf der ein "Schlachtplan" erarbeitet werden soll. Das Aus für die traditionelle Herbstlohnrunde wäre ein schwerer Schlag für die österreichische Sozialpartnerschaft. Man werde alles daran setzen, damit es auch künftig gemeinsame Kollektivverhandlungen gibt, so der Sprecher der Gewerkschaft PRO-GE, Mathias Beer, am Dienstag. Falls dies nicht gelinge, würden sich die Gewerkschaften "auf alle kommenden Dinge vorbereiten". Eine für 8. August geplante Krisensitzung wollte er weder bestätigen noch dementieren.

"Wir stehen voll und ganz zur Sozialpartnerschaft. Wir haben die Gewerkschaft zu Gesprächen eingeladen und sind jederzeit zu Verhandlungen bereit", so FMMI-Obmann Christian Knill.

Sollten die sechs Metaller-Fachverbände getrennte Kollektivverhandlungen führen wollen, worauf vieles hindeutet, wäre dies ein Bruch der seit 40 Jahren bestehenden Sozialpartnerschaft. Die Gewerkschaften vermuten dahinter auch eine Retourkutsche für den guten Lohnabschluss vom Vorjahr. Jedenfalls gehe es den Arbeitgebern eindeutig darum, die Verhandlungsposition der Gewerkschaften zu schwächen, um künftig generell geringere Lohn- und Gehaltsabschlüsse zu erreichen, meinen sie.