Erstellt am 30. Juli 2013, 12:34

Mieten steigen seit Jahren schneller als Einkommen. Die Wohnungsmieten in Österreich sind in den letzten Jahren deutlich stärker gestiegen als das allgemeine Preisniveau und auch stärker als die verfügbaren Haushaltseinkommen.

Wie eine Untersuchung des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) anhand von Mikrozensus-Daten zeigt, betrug der Preisanstieg bei bestehenden Hauptmietverträgen im Zeitraum 2005 bis 2012 durchschnittlich 3,0 Prozent pro Jahr. Die allgemeine Teuerung lag bei 2,1 Prozent pro Jahr, die verfügbaren Einkommen legten um 2,3 Prozent pro Jahr zu.

Vergleichsweise moderat waren die Mieterhöhungen bei Gemeindewohnungen mit durchschnittlich 2,2 Prozent pro Jahr. Auch die Mieten für Genossenschaftswohnungen stiegen mit 2,4 Prozent pro Jahr nur wenig schneller als die verfügbaren Einkommen.

Deutlich stärker haben aber private Eigentümer von Hauptmietwohnungen an der Preisschraube gedreht: Hier war die Teuerung mit 4,2 Prozent pro Jahr doppelt so hoch wie der Anstieg der Verbraucherpreise insgesamt.

Der Bruttohauptmietzins war 2005 im Bestand von Hauptmietwohnungen privater Eigentümer um durchschnittlich 0,40 Euro je Quadratmeter höher als für Gemeindewohnungen. In den letzten sieben Jahren hat sich diese Differenz auf 1,3 Euro verdreifacht, haben die Wifo-Experten errechnet.

Relevant ist die Wifo-Untersuchung für 40 Prozent der Haushalte in Österreich - so viele bewohnen eine Hauptmietwohnung. In Wien sind es sogar 75 Prozent der Haushalte, im Burgenland z.B. nur 14 Prozent. Im Jahr 2012 machten Genossenschaftswohnungen und Mietwohnungen privater Eigentümer jeweils 40 Prozent und Gemeindewohnungen 19 Prozent aller Hauptmietwohnungen aus. Gut 44 Prozent aller Hauptmietwohnungen befinden sich in Wien, jedoch entfallen 72 Prozent aller Gemeindewohnungen, aber lediglich 29 Prozent der Genossenschaftswohnungen auf die Bundeshauptstadt.