Erstellt am 19. Mai 2011, 10:32

Milchpreis auf Höhenflug. Angesichts steigender Nahrungsmittelpreise und großer Preisunterschiede zwischen Österreich und Deutschland sprach die Arbeiterkammer zuletzt von "Preistreiberei".

Angesichts steigender Nahrungsmittelpreise und großer Preisunterschiede zwischen Österreich und Deutschland sprach die Arbeiterkammer zuletzt von "Preistreiberei". Für die Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) ist das reine "Panikmache". Der Milchpreis befinde sich zwar auf einem Höhenflug, Milchprodukte seien aber dennoch sehr günstig. Ein moderater Preissteigerung sei zu erwarten.

"Bei Milchprodukten gab es über Jahrzehnte nur Verbilligungen oder unterdurchschnittliche Preisanpassungen", so Helmut Petschar, Direktor der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM). Milch, Käse und Eier machen nur mehr 1,6 Prozent der gesamten Haushaltsausgaben aus, wichtige Produkte wie Trinkmilch sind inflationsbereinigt deutlich günstiger als vor 25 Jahren.

Für die nahe Zukunft geht der VÖM, dem die zehn größten Molkereien angehören, aber von Preiserhöhungen aus. "Wir haben derzeit bei den Rohstoffen feste Preisnotierungen, bei einzelnen Produkten wird es einen Anpassungsbedarf geben", so Pressesprecher Johann Költringer am Donnerstag auf Anfrage der APA. Wie hoch dieser Preisanstieg sein wird, könne er nicht sagen. Milchprodukte wären aber auch in Zukunft "leistbar".

Den aktuellen Milchpreis beziffert die VÖM als 34 bis 34,8 Cent netto pro Kilo, je nach Molkerei. Das bedeutet eine Preissteigerung von über sieben Prozent im Vergleich zum Durchschnittspreis des Vorjahres, als die Milchpreise bei 31,8 Cent exklusive Umsatzsteuer lagen. Die Molkereien bezeichnen diesen nun mehrjährigen Höhenflug - 2009 war der Milchpreis weit unter die 30-Cent-Marke gefallen - als positiv für die Bauern und die ganze Branche. Schließlich gelte es in Österreich höhere Standards bei der Gentechnikfreiheit und beim Tierschutz einzuhalten.

Die Inflation schnellte im April diesen Jahres laut Statistik Austria um 3,3 Prozent in die Höhe. Nahrungsmittel verteuerten sich im Jahresabstand um 3,7 Prozent, Molkereiprodukte und Eier kosteten um fünf Prozent mehr.