Erstellt am 24. Juli 2013, 13:04

Mitterlehner drängt Strom-Branche zu Preissenkung. Wirtschafts- und Energieminister Mitterlehner drängt die E-Wirtschaft zu mehr Wettbewerb und zu Strompreissenkungen für private Haushaltskunden.

Seit 2008 sei Elektrizität auf Großhandelsebene 30 Prozent billiger geworden, diese Ermäßigungen seien aber nicht entsprechend an die Haushalte weitergegeben worden, sagte der Minister. Den Senkungsspielraum sieht er bei Null bis 10 Prozent.

Grundsätzlich sei Österreich international aber preisgünstig, insbesondere verglichen mit dem durch hohe Ökostromförderungen belasteten Deutschland: "In Österreich haben wir um 25 Prozent günstigere Stromkosten", so Mitterlehner.

In Österreich müsse ein Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch 54 Euro an Ökostromkosten zahlen, in Deutschland dagegen 190 Euro. Denn dort beträgt die Ökostromförderung schon 5,3 Cent/kWh, diskutiert wird eine weitere Anhebung auf 6 Cent - in Österreich sind es dagegen nur 1,5 Cent je Kilowattstunde. Daher kostet Haushaltsstrom bei uns samt allen Steuern, Abgaben und Netzentgelten 20,0 Cent, beim Nachbarn aber 28,5 ct/kWh - bei aktuell zeitweise nur 4 bis 5 ct/kWh Großhandels-Strompreis.

Bis 2007 habe der Wettbewerb am Strommarkt in Österreich gut funktioniert, resümierte Mitterlehner die Elwog-Novellen der letzten 13 Jahre - dann habe sich aber der Wettbewerb abgeschwächt, mit entsprechenden Preisauftriebstendenzen. Seit 2008 sei hier bei den Haushaltspreisen eine Stagnation eingetreten, während für Industriekunden Strom weiter billiger wurde, begründete der Wirtschaftsminister seinen Vorstoß.

Zeigen die nächsten Wochen und Monate, dass die Energiebranche nicht dazu bereit sei, bei Strom-Verbilligungen für Haushaltskunden als Untergrenze zumindest den Ökostromzuschlag (1,5 ct/kWh) zu kompensieren, sei die Regulierungsbehörde E-Control am Zug, sagte Mitterlehner.

Die Interessenvertretung der heimischen E-Wirtschaft, Oesterreichs Energie, wies in einer ersten Reaktion die Vorwürfe eines mangelnden Wettbewerbs und zu hoher Haushaltsstrompreise zurück: "Unsere Preise sind fair und angemessen", hieß es.