Erstellt am 18. Oktober 2012, 11:37

Mitterlehner freut sich über stabile Wirtschaft. "Wir sind im vierten Jahr der Krise" und die Konjunktur ist nicht so gut wie erhofft, aber auch nicht so schlimm wie befürchtet, sagte Wirtschaftsminister Mitterlehner (ÖVP) bei der Eröffnung der Gewinn-Messe in Wien.

Für heuer erwarte er ein Wachstum "eher bei 1 Prozent als bei 0,5 Prozent". Stabilisierend wirke der Tourismus, wo sich mit 126 Mio. Nächtigungen ein neuer Rekord abzeichne.

Der Konsum sei immerhin stabil, vor allem falls das Weihnachtsgeschäft gut laufen sollte. Eine gewisse Entlastung komme vom Euro-Schutzschirm ESM, auch wenn die Krise weiter schwelt. Ein Rückgang der Wirtschaftsleistung Italiens um sechs Prozent etwa müsse sich auch in Österreich auswirken. "Nicht so dynamisch" laufe der Export, da müsse Österreich "weg nur von europäischen Märkten". Unternehmen "müssen lernen, mit der Krise zu leben", auch wenn es nicht einfach werde, "wenn wir uns anstrengen werden wir das durchaus gut bewältigen".

Wirtschaftskammer-Generalsekretärin Hochhauser nutzte die Gelegenheit, um für konjunkturstimulierende Maßnahmen wie etwa eine Investitionsprämie zu werben. Eine "wesentliche Basis" für einen Aufschwung sei aber, die Verunsicherung zu beseitigen und die Ausbildung auf die Qualität auszurichten, die von der Wirtschaft nachgefragt werde.

In diese Kerbe schlug auch die Präsidentin der Wiener Wirtschaftskammer, Brigitte Jank. In Wiener Volksschulen hätten 80 Prozent der Kinder Probleme mit der deutschen Sprache, sei es weil sie Migrationshintergrund haben oder sei es, weil sie aus bildungsschwachen Familien kommen. Diese Kinder müsse man unterstützen, um ihnen den Start in den Beruf zu ermöglichen. Das seien die Facharbeiter der Zukunft, denn "die Kinder, die in den nächsten Jahren in die Betriebe kommen, kennen wir ja schon". Im Übrigen sei die Stimmung in der Bevölkerung wie auch unter den Unternehmen schlecht, räumte sie ein.