Erstellt am 20. Juni 2012, 11:09

Möglicher Käufer für Schlecker-Tochter IhrPlatz. Die knapp 4.000 Beschäftigten der Schlecker-Tochter IhrPlatz können wieder hoffen: Insolvenzverwalter Werner Schneider sagte den "Stuttgarter Nachrichten" vom Mittwoch, er habe "Gott sei Dank einen alternativen Investor". Die Verhandlungen seien "sehr vielversprechend" und sollen bis Ende Juni abgeschlossen sein.

Der Verkauf von IhrPlatz war vor knapp zwei Wochen gescheitert, weil der bereits als sicherer Käufer gehandelte Investor Dubag sich nicht mit dem Hauptgläubiger, dem Kreditversicherer Euler Hermes, hatte einigen können. Bei dem neuen Interessenten handle es sich um einen "strategischen Investor, der bereits im Einzelhandel aktiv ist", sagte Schneider der Zeitung. Mit diesem Wissen könne der Interessent auch grünes Licht von Euler Hermes bekommen. Das Unternehmen, eine Tochter der Allianz, hat Lieferungen an den Schlecker-Konzern versichert, die dieser bei seiner Insolvenz noch nicht bezahlt hatte.

Auch die Lieferanten von IhrPlatz sind laut Schneider an einer Rettung der Kette mit ihren derzeit 490 Filialen interessiert. "Die Lieferanten sagen mir immer wieder, dass sie in einem hohen Maße daran interessiert sind, dass IhrPlatz erhalten bleibt. Sie wollen neben dm, Rossmann und Müller noch einen weiteren Spieler in der Branche", sagte der Insolvenzverwalter den "Stuttgarter Nachrichten". Fast 90 Prozent der Lieferanten hätten zugesagt, dass sie dem neuen Eigentümer Konditionen geben wollten, "die ihm eine Chance auf dem Markt geben".

IhrPlatz war zusammen mit Schlecker in die Insolvenz gerutscht - ebenso die Tochter Schlecker XL mit 1.100 Beschäftigten in 342 Filialen. Die Dubag hatte zunächst Ihr Platz und Schlecker XL gemeinsam kaufen wollen.

Dieses Vorhaben sei geplatzt, weil die Schlecker XL mit Schlecker eine tarifliche Einheit bilde, sagte Schneider der Zeitung. Für einen Investor sei das Risiko zu groß, durch eine Übernahme von Schlecker XL auch mit den Kündigungsschutzklagen von Schlecker konfrontiert zu werden. Rund 4.500 der 10.000 in einer ersten Welle gekündigten Beschäftigten wehrten sich vor Gericht gegen ihre Kündigung.