Erstellt am 14. Februar 2012, 07:32

Moody's senkt Ausblick für Österreich. Die Ratingagentur Moody's hat in einer Neubewertung der Bonität Österreichs das Triple-A-Rating bestätigt, gleichzeitig aber den Ausblick auf "negativ" gesenkt.

Auch den Triple-A-Staaten Frankreich und Großbritannien stellte Moody's mit einer Senkung ihres Ausblicks den Verlust ihrer Spitzenbonitäten in Aussicht. Das Finanzministerium begrüßte die Aufrechterhaltung der Spitzenbonität Österreichs.

Als Begründung dafür habe Moody's unter anderem die starke, diversifizierte Wirtschaft, das Fehlen volkswirtschaftlicher Ungleichgewichte, niedrige Arbeitslosigkeit und Leistungsbilanzüberschüsse seit 2002 angeführt, sowie die Tatsache, dass das Budgetdefizit im Jahr 2011 aufgrund höherer Einnahmen und strikter Ausgabendisziplin besser ausgefallen sei als erwartet.

Das Ministerium bedauerte, dass der Ausblick von "stabil" auf "negativ" gesetzt wurde. Dafür seien einerseits externe Faktoren wie die internationale Schuldenkrise ausschlaggebend gewesen, auf der anderen Seite das Exposure der heimischen Banken in Osteuropa. Nicht ausreichend berücksichtigt sei auch das eben beschlossene Sparpaket worden: Moody's gehe von einer steigenden Verschuldungsquote aus, während der neue Defizitpfad ab 2012 deutlich sinkende Schuldenquoten vorsehe.

Moody's senkte zudem die Bewertungen für die Kreditwürdigkeit Italiens und Portugals erneut um jeweils eine Stufe sowie diejenige Spaniens um zwei Stufen, wie die Agentur in der Nacht auf Dienstag in Washington mitteilte. Die Experten senkten die Note für Italien um einen Rang von A2 auf A3 und die Bewertung Spaniens um zwei Ränge auf A3 von A1. Auch Slowenien, die Slowakei und Malta stufte Moody's weiter herab. Als Begründung gab die Agentur an, alle neun Länder seien durch die Eurokrise erheblichen finanziellen und volkswirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Die schwachen wirtschaftlichen Aussichten bedrohten zudem die Umsetzung notwendiger Sparanstrengungen zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit.

Die Ratingagenturen Fitch sowie Standard & Poor's (S&P) senkten unterdessen die Bonitätsnoten spanischer Banken. Fitch stufte die vier Geldhäuser Santander, BBVA, Bankia und CaixaBank herab. Santander, die größte Bank der Eurozone, werde nun mit "A" und einem negativen Ausblick eingestuft. S&P senkte die Bewertung von 15 Banken des hoch verschuldeten Eurolandes. Zudem änderte S&P die Risikobewertung des spanischen Bankensektors (Banking Industry Country Risk Assessment - BICRA) auf "5" von zuvor "4". Die beiden Ratingagenturen begründeten den Schritt mit der schwachen Konjunktur. Die Profitabilität des spanischen Bankensektors werde darüber hinaus mittelfristig unterdurchschnittlich bleiben.