Erstellt am 04. September 2012, 08:36

Moody's senkte Ausblick für EU-Rating auf negativ. Moody's hat die EU vor einer Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit gewarnt. Die Ratingagentur senkte in der Nacht auf Dienstag den Ausblick für die Top-Bonitätsbewertung der Europäischen Union auf negativ.

Begründet wurde die Senkung mit den negativen Aussichten für die Spitzennote der vier Schwergewichte Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Niederlande, die am meisten zum EU-Haushalt beitragen. Die Spitzen-Bewertung "AAA" für die EU behielt Moody's zwar bei. Trotzdem könnte der Warnschuss den Druck auf die Europäische Zentralbank erhöhen, bei ihrer Sitzung am Donnerstag einen detaillierten Plan zur Bekämpfung der europäischen Schuldenkrise vorzulegen.

Im Juli hatte Moody's die Top-Note für die Bonität Deutschlands, der Niederlande und Luxemburgs bestätigt, nahm aber den Ausblick von "stabil" auf "negativ" zurück. Als Grund nannte sie wachsende Unsicherheiten rund um ein mögliches Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone. Damit würden die Risiken für Italien und Spanien steigen. Hinzu komme das Risiko zunehmender Vergemeinschaftungen von Haftungen und Krisenhilfen im Währungsraum.

Spanien hat unterdessen der EZB weitere Schritte zur Bekämpfung der Schuldenkrise nahegelegt. Die EZB könne zwar die fiskalpolitischen Anstrengungen der Euro-Länder nicht ersetzen, sagte Wirtschaftsminister Luis de Guindos. "Aber derzeit gilt es, die Zweifel über den Euro auszuräumen und klarzumachen, dass der Euro irreversibel ist", ergänzte er. "Dafür könnte es kurzfristig nötig sein, dass die EZB agiert."