Erstellt am 06. Juni 2012, 04:15

Moody's stufte drei österreichische Banken herab. Die US-Ratingagentur Moody's hat eine Neubewertung österreichischer Banken vorgenommen und die Ratings der drei größten Banken herabgesetzt.

Die Bewertung der Verbindlichkeiten und Einlagen der Raiffeisen Bank International (RBI) und der UniCredit Bank Austria wurden um eine Stufe gesenkt, die der Erste Group Bank AG um zwei Stufen, wie das Unternehmen in der Nacht auf Mittwoch mitteilte. Das Downgrade reflektiere die Anfälligkeit der Banken durch ein ungünstiges Umfeld in einiger ihrer Kernmärkte in Zentral- und Osteuropa (CEE/CIS) sowie ein erhöhtes Risiko weiterer Erschütterungen in der derzeitigen Euro-Schuldenkrise, hieß es in der Begründung. Die Risiken durch Problemkredite in osteuropäischen Kernmärkten der Austro-Banken bleiben nach Ansicht der Ratingagentur 2012 und weiter hoch.

Als weiteren Grund für die Herabstufung nannte Moodys das vergleichsweise geringe Eigenkapital der Finanzinstitute. Gemessen an ihren Risiken seien die Bank Austria, die RBI und die Erste schwach kapitalisiert. Zwar habe es in den vergangen Jahren einige Verbesserungen beim Kernkapital gegeben, doch im Vergleich mit anderen europäischen Banken hätten die drei großen österreichischen Institute für ihre Risikoprofile noch immer wenig Eigenkapital, was sie anfällig für Stress-Szenarien mache.

Im derzeitigen schwierigen wirtschaftlichen Umfeld in Europa sieht die US-Ratingagentur ein gestiegenes Risiko von plötzlichen Marktbewegungen und Veränderungen im Vertrauen der Investoren. Dies könnte sich auf die drei größten österreichischen Banken wegen deren Finanzierungsstruktur auswirken, so eine weitere Begründung der Herabstufung.

Konkret vergab Moody's der Raiffeisen Bank International die Note "A2". Bank Austria und Erste wurden mit "A3" bewertet. Das Finanzstärke-Ranking (BFSR) aller drei Institute wurde mit "D+" beurteilt. Die Basiskreditrisikoeinschätzung (BCA) fiel unterschiedlich aus: RBI und Bank Austria bekamen von der Agentur ein "ba1", die Erste "baa3".

Moody's setzte den Ausblick von Bank Austria und Erste auf "negativ". Erklärt wurde dies im Fall der Bank Austria mit einem negativen Ausblick der Mutter, der italienischen UniCredit. Bei der Ersten verwies Moody's auf ein weniger diversifiziertes CEE-Filialnetz, weswegen sie anfälliger für negative Entwicklungen in einzelnen Ländern wie Rumänien oder Ungarn sei. Der Ausblick von Raiffeisen Bank International wurde hingegen als "stabil" angegeben.