Erstellt am 29. April 2012, 14:36

Mühsames Ringen bei der AUA. Nach dem mühsam errungenen Grundsatzabkommen für eine umfassende Bezüge- und Pensionsreform für das AUA-Bordpersonal urgieren weite Teile der Belegschaft klare Inhalte.

Bis Montagmittag sollten Piloten und Flugbegleiterinnen abgestimmt haben. Man arbeite noch immer an einem abstimmungsfähigen Papier, verlautete Sonntagnachmittag aus Belegschaftskreisen.

AUA-Bord-Betriebsratschef Karl Minhard sagte am Sonntag, "bis morgen haben wir auf jeden Fall Zeit", wenn ein abstimmungsreifes Papier auf dem Tisch liege. Er will in jedem Fall weiterverhandeln. Am Sonntagnachmittag lief die bisher letzte von acht Informationsveranstaltungen für die AUA-Bordleute, die seit Donnerstag Basis für das Votum bis Montag sein sollten.

Sollte sich die Belegschaft sperren, will die AUA den umstrittenen Betriebsübergang einleiten. Auch im Abstimmungsprocedere sind die Bedingungen für die Bezügegruppen unterschiedlich: Die (teuersten) Piloten (KV alt) müssten zu 75 Prozent zustimmen, bei den unter KV neu fliegenden Mitarbeitern reicht eine einfache Mehrheit.

Am Samstag hatte der "Standard" berichtet, die AUA könnte wegen des Zeitdrucks die für die Abstimmung vorgegebene Frist erstrecken. Am Sonntag wollte ein AUA-Sprecher dazu vor bzw. während der Abstimmung nicht Stellung nehmen. Damit blieb auch offen, bis wann das Zeitfenster offen wäre. Ursprünglich war ultimativ der 30. April genannt worden. Laut AUA-Managern liegt der Ball beim Betriebsrat, der den Ball an die Belegschaft weitergespielt habe. Niemand will aber das ganze Paket nochmals ganz neu aufschnüren, das im Wesentlichen Abschlagszahlungen im Gegenzug für saftige Gehaltseinbußen und den Verzicht auf Arbeitszeit- und Pensionsprivilegien vorsieht.

Fest steht auch, dass die Lufthansa in der ersten Maiwoche für ihren Aufsichtsrat Ergebnisse aus Wien sehen will. Auch in den Gremien der deutschen Konzernmutter sind Beschlüsse über die Details des Sparpakets bei der österreichischen Tochter AUA schon überfällig.