Erstellt am 27. Oktober 2011, 13:19

Mütter leiden unter Doppelbelastung Kind und Beruf. Die schulische Tagesbetreuung von Kindern in den eigenen vier Wänden wird zu fast drei Viertel von Müttern geleistet, wie eine am Donnerstag präsentierte "market"-Umfrage im Auftrag der Fraueninitiative des Bildungsvolksbegehrens zeigt.

Zwei Drittel der befragten Mütter sehen sich damit einer Doppelbelastung ausgesetzt und beinahe drei Viertel in ihren Karrierechancen gebremst.

Entgegentreten müsste man dem mit flexibleren Arbeitszeiten und breiteren Angeboten an Betreuungsplätzen, wie "market"-Projektleiter Födermayr schlussfolgert. Wie die im Oktober unter 1.000 Frauen durchgeführte Online-Umfrage ergab, besteht ein starker Wunsch nach familienfreundlicheren Arbeitszeiten (70 Prozent) und mehr Nachmittagsbetreuung (45 Prozent). Knapp 60 Prozent der Mütter geben präzise an, dass Schulbetreuungsplätze nicht ausreichend vorhanden sind. Zuhause sei die Schule indes oft Konfliktursache - eine Entlastung für die Kinder durch weniger Aufwendung für Hausaufgaben und Lernen zuhause würde in Folge auch die Mütter unterstützen.

Das von Ex-Finanzminister Hannes Androsch initiierte Bildungsvolksbegehren fordert u.a. ein flächendeckendes Angebot an Ganztagsschulen, im Rahmen dessen das Wiederholen und Vertiefen nicht mehr zu Hause mit "teilweise hohen Nachhilfekosten", sondern an der Schule stattfinden soll. Neben einer Entlastung von Eltern soll Kindern mit "stressfreien Schulräumen, in denen die Freude am Lernen gefördert wird" unter die Arme gegriffen werden.

Auch die Arbeiterkammer (AK) sieht die Notwendigkeit, mit "qualitativ hochwertiger Kinderbertreuung" Frauen und Männer am Arbeitsmarkt zu stützen. Derzeit werden laut AK lediglich 20 Prozent der 6- bis 14-Jährigen Kinder in einer Ganztagsschule, einer schulischen Nachmittagsbetreuung oder im Hort betreut.