Erstellt am 26. November 2012, 14:44

Musik lässt die Kassen immer weniger klingen. Musik ist Balsam für die Seele, bringt aber immer weniger ein: Laut der Wiener Wirtschaftskammer ging die Wertschöpfung im Musik-Business in Österreich deutlich zurück - um rund 18,5 Prozent seit dem Jahr 1998.

Eingebrochen ist vor allem der Handel. Da mit dem Verkauf von Tonträgern kaum mehr Geld zu verdienen ist, bleiben den Musikern vor allem Auftritte und Lehrtätigkeit als Einnahmequelle. Im Rahmen der vom Institut für Höhere Studien (IHS) im Auftrag der Wirtschaftskammer erstellten Studie wurde die Produktion von Musik, die Aufführung und die mediale Wiedergabe untersucht. Auch die Produktion und der Handel von damit zusammenhängenden Waren - also etwa Instrumenten oder Tontechnik-Anlagen - wurde berücksichtigt. Zudem wurde das Geschäft mit den Audiogeräten und die Aus- und Weiterbildung unter die Lupe genommen.

In Österreich erzielte die Musikwirtschaft im Jahr 2010 eine Bruttowertschöpfung von 3,35 Mrd. Euro, was einem Anteil an der gesamten Bruttowertschöpfung von rund 1,29 Prozent entspricht. Allein in Wien betrug die "musikinduzierte" Wertschöpfung laut Studie 1,03 Mrd. Euro. Rechnet man internationale Auftritte und Verkäufe dazu, kommt man insgesamt sogar auf 4,05 Mio. Euro. Rund 5.500 Unternehmen - von der Ausbildungsstätte bis zur Diskothek - haben ihren Schwerpunkt im Bereich der Tonkunst.

Durch Musik werden in Österreich rund 61.500 Arbeitsplätze (rund 50.492 Vollzeitäquivalente, Anm.) gesichert. Allerdings: Die Anzahl der Beschäftigten in dem Bereich ist seit einer vergleichbaren Studie, die das Jahr 1998 zum Gegenstand hat, um vier Prozent gesunken. Die Vergleichserhebung zeigt jedoch auch, dass die Musikwertschöpfung inflationsbereinigt sogar um 18,5 Prozent gesunken ist. Sprich: Es ist von einer "deutlichen Einkommensverschlechterung" der in der Branche Beschäftigten auszugehen, heißt es. In Teilbereichen wie etwas in der Produktion sind die Zahlen noch dramatischer.