Erstellt am 13. Juni 2012, 07:26

Nach Anbot Morddrohung. Der Neufelder Rohrleitungsunternehmer Peter Peninger erhält Morddrohungen, weil er sich gegen korrupte Preisabsprachen wehrt.

Was sich für Außenstehende wie ein Mafiakrimi anhört, ist für den Neufelder Unternehmer Peter Peninger seit Jahren Realität - nämlich Preisabsprachen bei Ausschreibungen (laut Profilbericht vom 11. Juni). Im Gespräch mit der BVZ erzählt nun Peninger von einer EU-weiten Ausschreibung der Wien Energie Fernwärme (WEF), an der er sich beteiligt hatte. Kurz danach sei er von einem ihm bekannten Prokuristen kontaktiert worden, der ihm als „Botschafter“ aller Mitbewerber geraten hatte, kein Angebot abzugeben. Andernfalls müsste er mit Problemen rechnen.

Er selbst, so Peninger, habe sich an diesen kriminellen Machenschaften der Preisabsprachen nie beteiligt. Sein Angebot gab er trotzdem ab.

Schlägertrupp im Büro und Morddrohungen
Aus diesem Grund erhält er nun immer wieder Morddrohungen. „Eines Tages stand plötzlich ein Schlägertrupp aus Slowenien bei mir im Büro“, erzählt Peninger, der jedoch an diesem Tag gerade nicht anwesend war. Also zogen die Männer wieder ab. Leider auch seine Sekretärin, die sich vor lauter Angst erst wieder Tage später zur Arbeit meldete.

Auch Fernwärme selbst profitiere von Absprachen
Aber nicht nur die Rohrleitungsbauunternehmen seien laut Peninger an Preisabsprachen beteiligt. So gebe es ein Zusammenwirken leitender Angestellter der WEF mit allen Mitbewerbern bei Preisabsprachen, Ausschreibungsmanipulationen und Weitergaben vor Auftragsverhandlungen. Üblich seien bei der WEF laut Peninger auch „Bedarfszuwendungen“, also Schmiergeldzahlungen für nicht erbrachte, jedoch verrechnete Leistungen.

Peningers Firma ist insolvent
In weiterer Folge wird Peninger auch für bereits geleistete Arbeiten von der Fernwärme nicht bezahlt. „Mit fadenscheinigen Ausreden, dass die Arbeitssicherheit nicht eingehalten wurde oder dass es Terminverzögerungen gab“, so Peninger. Dabei gehe es um Beträge in zweistelliger Millionenhöhe. Sein Unternehmen ist mittlerweile insolvent, seine hundert Mitarbeiter wurden freigestellt. Nun laufen die Ermittlungen, die Peninger eingeleitet hat. „Aufgrund meiner Schreiben wurde von der Wiener Stadtwerke Holding AG bei der Wirtschafts- und Korruptionsanwaltschaft Selbstanzeige erstattet“, so der Unternehmer. Gegen 15 Mitarbeiter der WEF bestehe der Verdacht auf „wettbewerbsbeschränkende Absprachen bei Vergabeverfahren“ und auf Untreue.
Für Peninger ist dies der Kampf seines Lebens. „Wenn alles ans Tageslicht kommt, bin ich der große Held der Nation“.