Erstellt am 08. August 2013, 13:48

Nach der Hitze ist vor dem Gewitter. Am Freitag sind laut Wettervorhersagen im Burgenland heftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen möglich. Der ÖAMTC warnt vor Hagelschäden.

 |  NOEN, ÖAMTC
Hagelkörner können auch Fahrzeuge stark in Mitleidenschaft ziehen. „Sehr zum Ärgernis der Besitzer, denn Hagelschäden-Reparaturen können mitunter kostspielig ausfallen – im schlimmsten Fall ist ein wirtschaftlicher Totalschaden die Folge“, warnt Rudolf Leeb, ÖAMTC-Regionalleiter der burgenländischen Stützpunkte.

"Dellendrücken" als anerkannte Reparatur-Möglichkeit

Besonders teuer wird es, wenn man das Fahrzeug-Dach oder weitere betroffene Teile wie die Windschutzscheibe austauschen bzw. lackieren muss. Oft gelingt es - durch das sogenannte Dellendrücken - den Hagelschaden zur Gänze zu reparieren.

„Diese Ausrichttechnik ist keineswegs Reparatur zweiter Wahl – sie ist von Fahrzeugherstellern anerkannt bzw. freigegeben und wird bereits in fast allen Vertragswerkstätten durchgeführt. Außerdem ist sie bis zu zwei Drittel günstiger“, erklärt der Regionalleiter. Bei dieser Reparaturmöglichkeit bleibt der Originallack vollständig erhalten und zusätzliche Lackierungsmaßnahmen sind somit nicht notwendig. Bei großflächigen Deformationen kann sie allerdings nicht angewandt werden.

Hagelschutzgarage beugt Schäden und teuren Reparaturen vor

„Damit es gar nicht erst zu einem Schaden kommt, sollte man das Auto bei einer Unwetterwarnung an einem geschützten Platz abstellen. Ist das nicht möglich, bietet zum Beispiel eine Hagelschutz-Garage Schutz vor großen Hagelkörnern. Diese besteht aus dickem Kunststoff und dämpft so die Einschläge entscheidend ab“, rät Rudolf Leeb.

Wie auch in den ÖAMTC-Shops ist sie bereits ab 79 Euro erhältlich und somit eine günstige Präventionsmaßnahme – sofern man sie im Fall der Fälle, zum Beispiel im Kofferraum, griffbereit hat.

ÖAMTC gibt Selbstschutztipps und Verhaltensregeln bei Unwetter

Wer trotz aller Vorsichtsmaßnahmen eine Beschädigung entdeckt, kann sich durch richtiges Vorgehen langwierige Streitereien mit der Versicherung ersparen. „Die Schadensmeldung sollte unverzüglich erfolgen.

Von Vorteil ist auch eine Dokumentation mit Fotos“, hält die ÖAMTC-Regionalleiter fest und gibt noch folgende Tipps:
  • Naturgemäß ist es besser, bei Hagelwarnungen nicht mit dem Auto unterwegs zu sein und dieses geschützt (Garage, Vordach) abzustellen. Unter Bäumen sollte nicht Schutz gesucht werden, da unter Umständen abbrechende Äste noch größere Schäden am Auto anrichten könnten. 
  • Gerät das Fahrzeug in einen Hagelschauer gilt: Weg vom Gaspedal, Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug vergrößern.
  • Wer in Unterführungen, Tunnels oder unter Brücken Schutz suchen möchte, muss auf jeden Fall - durch Einschalten der Warnblinkanlage - den nachfolgenden Fahrzeugen dies deutlich machen.
  • Bei extremen Sichtbehinderungen ist das Anhalten in Halte- und Parkverbot erlaubt. „Bei stark eingeschränkter Sicht schaltet man am besten die Nebelschlussleuchten ein“, erinnert Leeb abschließend.