Erstellt am 03. August 2016, 06:31

von Richard Vogler

Bessere Vermarktung für Energie Burgenland. Beim großen Energieversorger will man mit zwei neuen Projekten die Windenergie wirtschaftlicher gestalten.

Bei der Projektpräsentation. Marcus Keding, Geschäftsführer Forschung Burgenland, Landesrätin Astrid Eisenkopf, Michael Gerbavsits, Vorstandsvorsitzender Energie Burgenland, und David Weiß von der Firma Enercon (v.l.). Foto: Richard Vogler  |  Richard Vogler

Mit dem Bau des ersten Windrades 1997 in Zurndorf schlug das Burgenland den Weg in Richtung Ökoenergie ein. Mittlerweile gibt es mehr als 400 Windkraftanlagen – davon 224 Stück in 15 Windparks der Energie Burgenland. Der Weg in Richtung Energiewende stimmt also.

Die Rahmenbedingungen, gewinnbringend zu wirtschaften, werden jedoch immer schwieriger. In den letzten acht Jahren sank der Strompreis von rund 60 Euro für eine MWh (Megawattstunde) auf etwa 20 Euro. Weiters ist seit Ende Mai der OEmAG-Fördervertrag für die ersten Windräder der Energie Burgenland ausgelaufen und nun wird Energie am freien Markt verkauft.

Neunmonatiges Forschungsprojekt gestartet

Vonseiten der Energie Burgenland versucht man nun mit zwei Projekten, die Wirtschaftlichkeit zu optimieren. Ab 1. Oktober wird eine „Energiewarte“ beim Energieversorger installiert. „Die Gruppe verantwortet den Einkauf der benötigten Strom- und Erdgasmengen als auch den Verkauf der erzeugten Windenergie, wenn die Förderung abgelaufen ist, zum besten Preis an der Börse“, berichtet Vorstandsvorsitzender Michael Gerbavsits.

Weiters wurde bereits ein neunmonatiges Forschungsprojekt der Partner Energie Burgenland, Forschung Burgenland, Windrad-Erzeuger Enercon und 4ward Energy Research gestartet. Hierbei soll ein Konzept ausgearbeitet werden, dass selbst bei Überproduktion an Strom ein Maximum bei den burgenländischen Kunden ankommt.

Das heißt, es berücksichtigt die gesamte Wertschöpfungskette der Energieversorgung und versucht, einen kommunikationsfähigen, intelligenten Verbund unter den relevanten Playern im Burgenland zu schaffen.

Produziert ein Windpark plötzlich viel mehr Strom, als am Vortag prognostiziert wurde, muss sofort reagiert werden, um das Stromnetz stabil zu halten: „Anstatt das produzierende Windrad oder eine andere Quelle im Netz abzuschalten und auf die Energie zu verzichten, sollen sogenannte Flexibilitäten zum Einsatz kommen: Das kann ein Industriepartner sein, der flexibel Maschinen einsetzen und damit Strom verbrauchen kann, ein Power-to-heat-System oder ein Privathaushalt mit einem Speicher im Keller“, erklärt Gerbavsits.