Erstellt am 07. Juni 2016, 10:38

von Anita Kiefer

Neue Tarife für Pendler. Der Verkehrsverbund Ostregion ändert mit 6. Juli sein mehr als 30 Jahre altes Zonensystem.

 |  NOEN, Erwin Wodicka
Einfach, fair und umfassend soll es sein, das neue Tarifsystem des Verkehrsverbundes Ostregion (VOR). Ab 6. Juli werden die Tarifsysteme des VOR und des Verkehrsverbundes NÖ-BGLD (VVNB) durch einen Streckentarif ersetzt. Zuerst werden die Einzeltickets, ab 1. August auch die Zeitkarten umgestellt.

Neues System soll erlösneutral sein

Wesentlichste Änderung: Das Zonensystem ist Geschichte. Künftig muss der Kunde beim Kauf eines Tickets nur seine Fahrstrecke definieren und nicht mehr alle durchfahrenen Zonen addieren. Das neue System orientiert sich an Gemeindegrenzen und läuft beim Ticketkauf im Hintergrund ab.

Für 90 Prozent der Fahrgäste soll sich vor allem preislich nichts ändern bzw. sie profitieren vom neuen System, so die VOR-Geschäftsführer Wolfgang Schroll und Thomas Bohrn.

Unterm Strich soll das neue Tarifsystem erlösneutral sein. Eine Preiserhöhung gebe es nicht. Preisbeispiel: Eine Jahreskarte von Mattersburg nach Wiener Neustadt kostet aktuell mit Stadtverkehr 834 Euro, künftig 673 Euro.

Stadtverkehre künftig im Ticket inkludiert

Für einige Kunden werde es aber auch Preisnachteile geben, räumte Bohrn ein. Etwa bei Überlappungszonen. Über eine solche konnte man bisher ohne Umstieg bei Fahrt mit einer Bahn bis zu einem bestimmten Ziel in Wien fahren.

Ein Beispiel für eine solche ist die Strecke Eisenstadt – Wien Hauptbahnhof über die Ostbahn. Bisher kostete ein Ticket für eine dieser Strecken 1.067 Euro ohne den Wienanteil über Hauptbahnhof hinaus. Neu kostet die Strecke 1.190 Euro mit Wiener Regionalverkehr, also alle S-Bahnen und Regionalbusse in Wien.

Neu gibt es im VOR Ermäßigungen für Senioren und Behinderte und Tageskarten. Außerdem sind die Stadtverkehre im Abfahrts- bzw. Zielort künftig im Ticket inkludiert.

Was die Ausarbeitung des neuen Tarifsystems gekostet hat, will man nicht genau sagen. Wolfgang Schroll bezifferte die Kosten mit einem „einstelligen Millionenbetrag“.

Der VOR hat rund 50 Verkehrsunternehmen, die jährlich mehr als eine Milliarde Fahrgäste transportieren. www.vor.at