Erstellt am 04. November 2015, 04:42

von Wolfgang Millendorfer und Birgit Böhm-Ritter

Neue Wege im Tourismus. Das umstrittene Tourismusgesetz wird neuerlich geändert – und sorgt wieder für Diskussionen.

 |  NOEN, Burgenland Tourismus / Peter Burgstaller
Während eine Studie zur Tourismus-Wertschöpfung für Jubel sorgt, bringt die geplante Änderung des Tourismusgesetzes neue Diskussionen. Kernpunkt: Der in Begutachtung befindliche Entwurf sieht die Umwandlung des Verbandes Burgenland Tourismus in eine GmbH vor.

Für das Land gibt es damit mehr Einfluss. Protest kommt von der ÖVP, mit der die SPÖ erst vor einem Jahr das „alte neue“ Tourismusgesetz beschlossen hatte. VP-Chef Thomas Steiner: „Ist im geltenden Gesetz gesichert, dass die Zahler, also die Wirtschaftstreibenden, die Vorgaben machen können, kommt es nun zu einer Umkehrung: Wirtschaft raus – Parteipolitik rein.“ Fakt ist: Mit der Überführung des Burgenland Tourismus in die neue GmbH verlieren bisherige (ÖVP-nahe) Vorstandsmitglieder den Einfluss.

Landesrat Alexander Petschnig (FPÖ) verweist auf ähnliche Regelungen anderer Bundesländer und meint: „Es geht eben darum, dass Parteipolitik draußen bleibt.“ Auch Landeschef Hans Niessl sieht „moderne Rahmenbedingungen“. Geht es nach SPÖ und FPÖ, soll das Gesetz im Dezember im Landtag beschlossen werden. Danach wird der Posten des Geschäftsführers ausgeschrieben. Zu erwarten ist, dass der eben erst um fünf Jahre verlängerte Vertrag von Burgenland-Tourismus-Chef Mario Baier weiterläuft.

Studie: Tourismus bringt eine Milliarde

Abseits der Debatten bestätigt eine Studie des Marktforschungsunternehmens Kreutzer, Fischer & Partner, die am Montag veröffentlicht wurde, den burgenländischen Tourismus als einen der größten Impulsgeber: Heuer wird er der burgenländischen Wirtschaft erstmals über eine Milliarde Euro einbringen. Aus diesem Erlös bleiben etwa 70 Prozent als touristische Wertschöpfung im Land.

Tourismus-Studie:

Der burgenländische Tourismus basiert auf drei Segmenten. Etwa ein Drittel (34,1 Prozent)
resultierten 2014 aus dem Übernachtungstourismus, knapp die Hälfte (47 Prozent) kommt vom Tagestourismus. Touristisch genutzte Nebenwohnsitze steuern knapp ein Fünftel (18, 9 Prozent) zum Gesamtergebnis bei.

Insgesamt beliefen sich die touristischen Ausgaben im Jahr 2014 auf 983 Millionen Euro.