Erstellt am 28. Mai 2013, 18:25

Neuer EU-Aktionsplan gegen Jugendarbeitslosigkeit. Die hohe Jugendarbeitslosigkeit in der EU bereitet der Politik zunehmend Sorgen: Deutschland und Frankreich haben jetzt eine neue Initiative vorgestellt. Frisches Geld sei vorerst nicht nötig, heißt es.

Mit Krediten für den Mittelstand und Hilfen für junge Job-Auswanderer wollen Deutschland und Frankreich das Problem der Jugendarbeitslosigkeit in Europa bekämpfen.

Ein am Dienstag in Paris vorgestellter Aktionsplan sieht vor allem ein verstärktes Engagement der Europäische Investitionsbank (EIB) vor. Weitere Mittel stehen bereits in anderen EU-Töpfen bereit. "Das Geld ist da", sagte Deutschlands Arbeitsministerin Ursula von der Leyen bei der Vorstellung der Initiative. Für die rund sechs Millionen Jugendlichen ohne Arbeit in Europa müsse dringend ein Perspektive geschaffen werden.

Schäuble: "Andernfalls verlieren wir den Kampf für die europäische Einigung"

Auch Frankreichs Präsident Hollande mahnte zur Eile. "Wir sind uns mit Bundeskanzlerin Angela Merkel einig, dass wir noch in diesem Jahr einen echten Plan für Jugendarbeit auf die Beine stellen", sagte der sozialistische Staatschef. "Wir müssen jetzt mehr Erfolg haben im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit, andernfalls werden wir den Kampf für die europäische Einigung verlieren", kommentierte der ebenfalls angereiste deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble.

Zentraler Punkt der neuen Initiative ist die verstärkte Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen durch zinsbegünstigte Kredite der Europäische Investitionsbank. Die EIB hat dafür allein bis 2015 rund 60 Mrd. Euro zur Verfügung. Der Mittelstand sei das "Rückgrat der Wirtschaft in Europa", sagte von der Leyen. Das für Investitionen notwendige Kapital bekäme er in manchen EU-Ländern derzeit aber nur zu exorbitant hohen Zinsen.

Neben den Kapitalhilfen ist geplant, das duale Ausbildungssystem europaweit zu verbreiten und die Voraussetzungen für mehr Mobilität zu schaffen. Durch die Finanzierung von Sprachkursen und Bewerbungskosten soll es jungen Menschen aus Krisenländern ermöglicht werden, außerhalb der Heimat einen Lehrstelle anzunehmen.