Erstellt am 19. Juli 2011, 12:24

Neuer EU-Plan für Einsatz von Biokraftstoffen. Der CO2-Ausstoß soll durch den Einsatz von Biokraftstoffen bis 2020 um sechs Prozent reduziert werden. EU-Energiekommissar Günther Oettinger erklärte am Dienstag in Brüssel, der Anteil an erneuerbarer Energie sollte zehn Prozent erreichen, bei Einführung von Biokraftstoffen müsse die Einsparung von CO2-Emissionen 35 Prozent betragen und bis 2020 auf 60 Prozent gesteigert werden.

Das bedeute "alles in allem sechs Prozent weniger CO2-Ausstoß". Oettinger unterstrich auch die Bedeutung der nachhaltigen Produktion von Biokraftstoffen: "Der Großteil wird aus Pflanzen herstellt. Die Sorge geht in die Richtung, dass weder Regenwälder noch andere empfindliche Ökosysteme Schaden nehmen können, wenn man Flächen zum Anbau von Energiekulturen gewinnen will". Dafür seien Zertifizierungssysteme notwendig. Der Kommissar präsentierte die ersten sieben Gütesiegel zur Nachhaltigkeit in diesem Bereich.

Dabei handelt es sich um die Gütesiegel ISCC, Bonsucro EU, RTRS EU RED, RSB EU RED, 2BSvs, RSBA und Greenergy. Deren Anerkennung gilt unmittelbar in allen 27 EU-Mitgliedstaaten. Biokraftstoffunternehmen können wählen, ob sie die Einhaltung dieser Nachhaltigkeitsanforderungen durch nationale Systeme oder durch ein von der Kommission anerkanntes freiwilliges System nachweisen wollen.

Um staatlich gefördert oder auf die vorgeschriebenen nationalen Ziele für den Anteil erneuerbarer Energien angerechnet werden zu können, müssen in der EU verwendete Biokraftstoffe, ob in der EU hergestellt oder importiert, bestimmte Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Durch diese Kriterien soll verhindert werden, dass Flächen mit großer Artenvielfalt und hohem Kohlenstoffbestand in Flächen für den Anbau von Rohmaterialien für Biokraftstoffe umgewandelt werden. In der Praxis bedeutet dies, dass Biokraftstoffe aus Pflanzen, die auf Flächen angebaut werden, die früher Regenwald oder natürliches Grünland mit einem einzigartigen Ökosystem waren, nicht als nachhaltig gelten können.