Erstellt am 21. Mai 2013, 13:35

Niemetz-Gläubiger warten weiter auf ihr Geld. Es wäre eine Rettung in letzter Minute: Bis Dienstag, 24.00 Uhr, muss der Wiener Schwedenbombenhersteller Niemetz knapp 4,2 Mio. Euro auftreiben, um den von den Gläubigern in der Vorwoche abgenickten Sanierungsplan zu erfüllen.

Gelingen soll dies mithilfe der südamerikanischen BAGRUP Investments Kolumbien SA mit dem Deutschen Peter Barthel als Geschäftsführer. Bis Dienstagvormittag war das Geld laut Gläubigervertretern jedenfalls noch nicht überwiesen. Passiert das nicht bis Mitternacht, startet am Mittwoch der Verkauf von Niemetz.

Barthel selbst hatte vor wenigen Tagen medial ausrichten lassen, er habe die Überweisung der erforderlichen Summe bereits veranlasst. Die potenziellen Geldempfänger sind allerdings skeptisch. "Ich glaube nicht, dass das funktionieren wird", sagte Gerhard Weinhofer vom Österreichischer Verband Creditreform, der eine Reihe von Niemetz-Gläubigern vertritt: "Ich halte das für schwachbrüstig."

Insolvenzverwalter Stephan Riel wird die Gläubigervertreter voraussichtlich erst am Mittwoch darüber informieren, ob die Rettung geklappt hat. Wurde das Geld nicht überwiesen, beginnt sofort das Verkaufsprozedere. Vorsichtshalber wurde für Mittwoch, 14.00 Uhr, bereits ein Gläubigerausschuss anberaumt, um die Veräußerung formell vom Gericht bestätigen zu lassen.

Beste Chancen für den Zuschlag hätten nach wie vor der Tiroler Lebensmittelgroßhändler Interfood und die dem Meinl-Firmenimperium zugehörige Heidi Chocolate S.A. mit Sitz in Rumänien. Beide Interessenten haben ihre ursprünglichen Angebote zuletzt noch einmal nachgebessert und würden sich Niemetz nach jetzigem Stand je rund 4,3 Mio. Euro kosten lassen, so Roman Tahbaz vom Kreditschutzverband von 1870 (KSV).