Erstellt am 08. Juni 2012, 14:45

Niki-Betriebsrat beklagt Engpässe an Bord. Der mit 1. Mai gewählte Betriebsrat bei der Fluggesellschaft Niki ("flyniki") hat am Freitag Einblick in sein Arbeitsprogramm gewährt. Ganz konkret macht die neue Arbeitnehmervertretung der österreichischen Air-Berlin-Tochtergesellschaft vom gesetzlich verankerten Recht Gebrauch, mit der Geschäftsführung Betriebsvereinbarungen zu verhandeln. Eines der Themen ist das Gehaltsschema.

Zugleich bestätigte die Personalvertretung am Freitag, dass es bei Niki im Moment einen Personalengpass in der Kabine gibt. An die Mitarbeiter wurde am Freiag appelliert, angesichts der momentanen Arbeitsbelastung, die "am oberen Limit" liege, noch ein wenig durchzuhalten. Es sei eine Entspannung ab Anfang Juli versprochen. Der Betriebsrat dankte den Crews für ihre Flexibilität. Allerdings werde "die ohnedies angespannte Situation zusätzlich verschärft durch einige sehr kurzfristig angemeldete Krankenstände". Die machten es leider nötig, dass der "Crew-Contact" sehr spontane Standby-Dienste vergebe.

Bis vor kurzem war bei der von Niki Lauda gegründeten und mittlerweile der Air Berlin gehörenden Airline das Wort "Betriebsrat" ein Fremdwort. Seit 1. Juni tagen die erstmals gewählten Betriebsräte zumindest im Monatsabstand. Intensiv würden, so wurde berichtet, Betriebsvereinbarungen zur Causa Arbeitskräfteüberlassung vorbereitet, also unter welchen Umständen Labour-Pool-Angestellte verleast werden. Über eigene Betriebsvereinbarungen geregelt wissen will der Betriebsrat zudem die firmenweiten Dienstzeiten und die Gehaltsregeln.

Ein handfestes Ergebnis haben die Betriebsräte im täglichen Alltag der Kabinenmitarbeiter jetzt unmittelbar vor dem Sommer schon erreicht. Die Uniformordnung wird soweit gelockert, dass es bei warmem Wetter nicht mehr notwendig ist, Kapperl bzw. Blazer zu tragen.