Erstellt am 15. Oktober 2013, 15:40

Niki-Gewinn 2012 fast auf Null geschrumpft. Der Gewinn der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki ist 2012 fast auf Null geschrumpft.

Unter dem Strich standen beim Jahresgewinn nur noch 38.099 Euro, 2011 waren es noch 3,16 Mio. Euro. Hauptverantwortlich dafür war, dass die Airline operativ um knapp 7,5 Mio. Euro weniger verdiente. Das Betriebsergebnis ging im Jahresabstand von 14,3 Mio. Euro (2011) auf 6,8 Mio. Euro (2012) zurück. 

Niki-Geschäftsführer Christian Lesjak nannte im Lagebericht für 2012 "turbulente Sonderereignisse" wie die Eurokrise und die Unruhen in den arabischen und nordafrikanischen Ländern als Ursachen für die Probleme. Außerdem sei der Durchschnittserlös pro Passagier durch den "andauernden Preiskampf" mit der AUA (Austrian Airlines) unter Druck gewesen. Weiters machte Niki der gestiegene Kerosinpreis zu schaffen. Für fünf Prozent mehr Flüge sei der Treibstoffaufwand verglichen mit 2011 um 23 Prozent gestiegen.

Verzerrte Gewinn- und Verlustrechnung 

Der Umsatz von Niki legte um mehr als elf Prozent auf 485,5 Mio. Euro zu. Im Air-Berlin-Konzern ist es üblich, dass Flugzeuge innerhalb der Gruppe abgetauscht werden. So führt etwa Niki zahlreiche Flüge unter Air-Berlin-Flugnummer durch. Außerdem ist bei Niki u.a. das Buchungssystem an den Mutterkonzern ausgelagert. Das verzerrt die Gewinn- und Verlustrechnung der Niki Luftfahrt GmbH.

Zudem sind bei Niki sämtliche Piloten, Flugbegleiter und Techniker von der Personalleasingfirma Labour Pool geleast. Der Personalaufwand machte deshalb nur rund 5,5 Mio. Euro aus - trotz laut Homepage mehr als 800 Mitarbeitern. Die Leiharbeiter finden sich im Bilanzposten "Aufwendungen für bezogene Leistungen", in dem u.a. auch Start- und Landegebühren ausgewiesen werden. Dieser Kostenpunkt stieg zwischen 2011 und 2012 von 271,3 auf 308,3 Mio. Euro und entspricht laut Jahresabschluss dem gestiegenen Flugaufkommen.

Insgesamt hat Niki 2012 5,12 Millionen Passagiere befördert - um 14,5 Prozent mehr als 2011. Am Flughafen Wien stieg das Passagieraufkommen um 9,2 Prozent auf 2,67 Mio. Euro. Der Marktanteil am Wiener Airport erhöhte sich deshalb von 11,6 auf 12 Prozent. Die Flotte bestand zum Bilanzstichtag, dem 31. Dezember 2012, aus 22 Flugzeugen, wobei ein Airbus A321 verkauft und zurückgemietet wurde. Auch bei der angeschlagenen Mutter Air Berlin mussten im Vorjahr Flugzeuge verkauft werden, um die Konzernbilanz, in der Niki konsolidiert ist, aufzupäppeln.