Erstellt am 10. Mai 2011, 09:34

Nowotny gegen Schuldenschnitt für Griechenland. Österreichs Notenbank-Gouverneur EZB-Ratsmitglied Nowotny ist gegen einen Schuldenschnitt für Griechenland.

Österreichs Notenbank-Gouverneur EZB-Ratsmitglied Nowotny ist gegen einen Schuldenschnitt für Griechenland. Eine solche Maßnahme "würde die Krise verschärfen", sie hätte sofort massive Rückwirkungen auf die Bankensysteme nicht nur Griechenlands, sagte Nowotny . Ein Schuldenschnitt werde auch von der EU und der EZB ausgeschlossen, so Nowotny.

Neue Kredite müsse es für das Land nicht geben, es könnte auch der Zeitraum für Rückzahlungen erstreckt werden. Griechenland müsse ja im nächsten Jahr 25 bis 30 Mrd. Euro Rückzahlung leisten, erinnerte Nowotny, doch gebe es starke Hinweise, dass das vom Land nicht marktmäßig geleistet werden könne.

Die internationale Hilfe für Griechenland - das vor einem Jahr von Eurostaaten und IWF geschnürte 110-Mrd.-Euro-Paket - sei "richtig konzipiert", sagte das EZB-Ratsmitglied. Allerdings habe man "die Tiefe des Problems von Griechenland unterschätzt", etwa gewisse Strukturprobleme wie beispielsweise eine schlechte Steuereinhebung.

In Griechenland habe es lange Zeit Versäumnisse gegeben, das Land habe über seine Verhältnisse gelebt. Jetzt gehe es darum, einen Strukturprozess einzuleiten, um das wieder zu korrigieren. Den ersten Schritt müsse Griechenland selbst setzen. Entscheidend sei eine dauerhafte Verbesserung "und nicht von einem Tag auf den anderen".

Das "improvisierte Treffen" von Vertretern einiger weniger Eurostaaten vom vorigen Freitag "halte ich für sehr unglücklich", sagte das EZB-Ratsmitglied, das habe nur "negative Effekte" gehabt. Kommende Woche wird sich die gesamte Eurogruppe des Themas annehmen, das sei auch die Gruppe, die dazu wirklich etwas entscheiden könne. Es sei nötig, wieder zu einer geordneten und seriösen Verhandlungsform zurückzukehren.