Erstellt am 30. Oktober 2011, 10:51

Nowotny proklamiert einen Wachstumseinbruch 2012. Die Nationalbank wird ihre Wachstumsprognose für 2012 "deutlich senken müssen", kündigte OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny an. Die nächste Prognose der OeNB wird Anfang Dezember veröffentlicht. In ihrer bisher letzten Prognose von Juni gingen die Banker noch von einem realen BIP-Wachstum von 2,3 Prozent aus.

Für 2011 sieht Nowotny trotz eines Wachstumseinbruches im dritten und vierten Quartal noch rund 3 Prozent. "In 2012 werden wir ein deutlich geringes Wachstum haben", so Nowotny. Die Wirtschaftsforscher vom Wifo und vom Institut für Höhere Studien (IHS) haben in ihren letzten Prognosen von Ende September ihre Wachstumserwartungen für 2012 auf den tiefsten Stand seit acht Jahren revidiert und erwarten nur mehr 0,8 bzw. 1,3 Prozent reales Wirtschaftswachstum. Zuvor waren es noch 1,8 bzw. 2,1 Prozent.

Was die Inflation betrifft, erwartet Nowotny für 2012 dagegen einen Rückgang und sollte in der zweiten Jahreshälfte wieder unter 2 Prozent liegen und damit dem Preisstabilitätsziel der EZB entsprechen. Das Triple-A-Rating sei derzeit nicht in Gefahre, der Erhalt der höchsten Bonitätsstufe müsse aber ein wichtigste Ziel der Haushaltspolitik sein. Um das sicher zu stellen, müsse die Regierung glaubhaft und nachhaltig den Haushalt sanieren, Defizite zurückfahren und den Schuldenstand verringern.

In einem Interview mit den "Oberösterreichischen Nachrichten" plädiert Nowotny in diesem Zusammenhang für eine Schuldenbremse. Das deutsche Konzept finde er zwar als zu rigide, aber grundsätzlich sollten alle Gebietskörperschaften, also auch Länder und Gemeinden, in eine Langfristplanung eingebunden werden. Darüber habe er auch schon mit Bundeskanzler Faymann gesprochen. "Das Echo war positiv, aber so etwas dauert", so Nowotny.