Erstellt am 15. Februar 2013, 10:25

Nowotny rechnet 2013 mit schrumpfender Wirtschaft. Europas Wirtschaft kommt auch heuer nicht aus der Rezession.

"Wir müssen 2013 von einer negativen Entwicklung ausgehen, die etwa minus 0,2 oder 0,3 Prozent betragen kann", sagte der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank, Ewald Nowotny, am Freitag. "Auch für Österreich wird es kein einfaches Jahr", so Nowotny.

Weil wir ja die gesamtwirtschaftliche Nachfrageschwäche, die inzwischen auch Deutschland zum Teil erfasst hat, spüren", würden auch in Österreich die Wachstumsraten gering sein, so der Gouverneur. "Wir als Nationalbank werden in der Lage sein, die Wachstumserwartungen etwas hinauf zu revidieren. Also doch in eine Höhe von 0,7 bis 0,9 Prozent." Nowotny geht nämlich davon aus, "das wir den Tiefpunkt der Entwicklung um die Jahreswende erreicht haben". Das heiße, es werde auf Inflationsseite "eine deutliche Entspannung" geben.

In der Eurozone - in der es jetzt eine Stabilisierung im geldpolitischen Bereich gebe, Stichwort sinkende Zinssätze in den Problemstaaten - werde die Inflationsrate deutlich unter die zwei Prozent kommen. Zwar gebe es derzeit eine Beruhigung, aber nach wie vor erhebliche Risikofaktoren in der europäischen Finanzwirtschaft. Daher werde es wichtig sein, dass vonseiten der Notenbanken der Druck auf Budgetkonsolidierung aufrecht bleibe, um damit langfristig stabile Verhältnisse in Europa zu sichern. "Der europäische Bankensektor hat ja eine Reihe von Fehlentwicklungen hinter sich", so Nowotny.

"In Österreich haben wir leider auch eine hausgemachte Komponente (bei der Inflation, Anm.), sodass wir um die zwei Prozent liegen werden", erklärte Nowotny. Das habe im Wesentlichen mit dem Dienstleistungssektor zu tun. Zu seiner neuen Amtszeit in der Notenbank sagte Nowotny, er hoffe schon, "dass es ruhigere sechs Jahre werden".