Erstellt am 19. Oktober 2012, 12:39

Nowotny sieht keine Inflationsgefahr. Trotz der Schuldenkrise sieht der österreichische Nationalbank-Gouverneur und EZB-Rat Ewald Nowotny keine Inflationsgefahr in Europa und speziell auch nicht in Österreich. Das betonte er am Freitag bei der Gewinn-Messe.

Nowotny sagte, dass die Inflationsrate seit Bestehen des Euro im Schnitt bei 1,97 Prozent gelegen sei. Das ist weniger als zu Zeiten der Euro-Vorgängerwährungen. Der Euro sei als Währung "völlig unangefochten".

Kritik übte der Notenbanker heute an den jüngsten Vorschlägen von Frank Stronach. Er sprach sich für eine Aufsplitterung in einen österreichischen, einen italienischen, einen deutschen oder spanischen Euro aus.

Ein einheitlicher Wirtschaftsraum könne nur mit einer einheitlichen Währung voll funktionieren. Natürlich seien Fehler passiert, als etwa der Stabilitätspakt nicht eingehalten wurde. Es wäre nun aber der größte Fehler, das Experiment abzubrechen, warnte Nowotny.

Die Eurozone steckt heuer in der Rezession, und auch für 2013 haben sich die Aussichten aller Prognosestellen zuletzt eingetrübt. Nächstes Jahr werde es zwar zu einem gewissen Aufschwung kommen, der sei aber schwächer als bisher angenommen. In Österreich selbst seien die BIP-Prognoserevisionen nach unten aber vergleichsweise gering ausgefallen. Das Land werde die kritische Phase damit vergleichsweise gut durchstehen.

Problematischer sei es für die Länder im Süden. Für die EZB sei es nicht einfach, bei derartigen Unterschieden eine einheitliche Geldpolitik durchzuführen. Er warnte zudem vor "Extremlösungen" bei Sparanstrengungen in Krisenländern. Wichtig sei, nicht alle Wachstumsimpulse zu brechen.

Dass Österreich für seine Staatsschulden momentan sehr niedrige Zinsen zahle, helfe dem Land auch bei der Budgetkonsolidierung. Österreichs Staatsverschuldung sei aber "nicht unerheblich", und wenn die Zinsen wieder in die Höhe gehen, könnte das die öffentlichen Haushalte natürlich wieder erheblich belasten.