Erstellt am 03. Oktober 2011, 15:22

Nowotny sieht Rettungsschirm als einzige Lösung. Der permanente Euro-Rettungsschirm sollte sobald wie möglich in Kraft treten, forderte Österreichs Notenbankchef und EZB-Rat Ewald Nowotny am Montag bei einer Diskussionsveranstaltung in Wien.

Nur dadurch werde es den einzelnen Euro-Länden möglich sein, notwendige Anpassungen vorzunehmen. Verschuldungen von Staaten seien historisch gesehen kein ganz neues Phänomen, aber für die Währungsunion neu.

Die Euroländer hätten jetzt die EZB als Zentralbank und müssten in diesem Kontext eher wie Unternehmen gesehen werden. "Die Spielregeln haben sich verändert, das wurde von einigen Politikern und Marktteilnehmern noch nicht verstanden", so Nowotny. Zudem benötige das Bankensystem eine Anzahl von risikofreien Assets.

Durch die Währungsunion hätten die einzelnen Euroländer ihre eigenständigen Zentralbanken und somit die Möglichkeit, selbst Geld zu drucken, verloren. Das erkläre auch, warum etwa Großbritannien oder die USA trotz höherer Verschuldung aber mit eigenständigen Notenbanken von den Investoren nicht so negativ gesehen werden, eben weil die Notenbanken die notwendige Liquidität bieten können.

Derzeit sei es sehr schwierig, zusätzliches Kapital aufzunehmen. Dies betreffe auch die Regierungen. Weil die Banken gezwungen wären, frisches Kapital aufzunehmen - egal zu welchem Preis, könnte es zu massiven Veränderungen in der Eigentümerschaft der Institute kommen, warnte der Notenbankchef.