Erstellt am 24. Mai 2012, 14:11

Nowotny warnt vor Euroaustritt Griechenlands. Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone und die Folgen davon wären "massive Erschütterungen, wo man nicht weiß, welche Folgewirkungen das sind", warnte OeNB-Gouverneur und EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny am Donnerstag.

Daher sei es hier sehr wichtig, seriös zu arbeiten und zu vermeiden, dass es zu spekulativen Entwicklungen komme."Wir als österreichische Nationalbank wollen das auf jeden Fall nicht anheizen", sagte Nowotny. Ob der Euroaustritt Griechenlands beherrschbar sei, wie die Deutsche Bundesbank es meint, wollte Nowotny nicht direkt beantworten. "Es kommt auf die Frage an, was man unter beherrschbar versteht. Man sollte auch mit solchen Dingen nicht so leichtfertig spielen", so Nowotny.

Wirklich ärgerlich sei, so Nowotny, dass derzeit alle möglichen Gerüchte bezüglich Griechenland verbreitet werden, so etwa auch, dass die EZB schon einen Krisenstab zur Vorbereitung eingerichtet habe. "Ich kann dazu nur sagen, jede Notenbank der Welt hat die Verpflichtung, sich natürlich für alle Fragen vorzubereiten und hat zugleich die Verpflichtung, nicht zu allen Fragen einen Kommentar abzugeben." Jetzt gehe es vor allem darum, die Dinge seriös und ruhig zu behandeln und nicht laufend neue Gerüchte in die Welt zu setzen.

Die Gefahr eines Dominoeffektes nach einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone bestehe natürlich. Ob es dazu komme, wisse kein Mensch. "Das ist immer so, wenn ich hier quasi physikalische Experimente mache, von deren Ausgang ich zwar eine Meinung haben kann, wo ich es in Wirklichkeit aber erst im Nachhinein weiß", so Nowotny. "Ich halte das Schicksal Europas für zu wichtig, als dass man hier leichtfertig Experimente macht."