Erstellt am 18. Oktober 2013, 11:46

Nowotny will Kapitalregeln für Banken noch bereden. Wenn die neuen Kapitalanforderungen für Banken (Basel III) in Kraft treten, werden sie in den USA nur für die wenigen großen Institute gelten, in Europa hingegen laut Ewald Nowotny "quer durch bis zur kleinsten Ortssparkasse."

"Man muss noch diskutieren, ob das dann im Sinne des Erfinders ist", sagte Nationalbankgouverneur Nowotny am Freitag bei der "Gewinn"-Messe.

In den USA erfüllen die 16 großen Banken die künftigen Kapitalanforderungen bereits. Sie werden von anderen Organisationen kontrolliert als die "Fülle von kleinen lokalen Banken und Kooperativen" und machen ein grundsätzlich anderes Geschäft, so Nowotny.

"Das wird uns auch nächstes Jahr beschäftigen"

In Europa machen hingegen die größten und die kleinsten teilweise das gleiche Geschäft und stehen damit in Konkurrenz zu einander. Das sei der Grund, warum die gleichen Regeln gelten. Dennoch müsse man über die Gleichbehandlung noch nachdenken.

Ab 2014 wird die Europäische Zentralbank (EZB) die 130 größten Banken Europas kontrollieren, darunter die sechs größten österreichischen Institute, erinnerte Nowotny. Um die Kontrolle überhaupt abwickeln zu können, werden jetzt europäische Aufsichtskriterien entwickelt.

Im ersten Schritt werde eine genaue Überprüfung ("asset quality review") durchgeführt, wobei es um das weltweite Geschäft gehe, für die österreichischen Banken also auch um die Tätigkeit in Osteuropa: "Das beschäftigt uns jetzt und wird uns auch nächstes Jahr beschäftigen". Ziel ist es, dass Banken künftig in der Krise kein Steuergeld mehr brauchen. Bei der notverstaatlichten Kärntner Hypo allerdings "muss man realistischerweise davon ausgehen, dass noch öffentliches Geld nötig sein wird".