Erstellt am 07. November 2012, 12:59

Obamas Wiederwahl stützt Börsen weltweit. An den weltweit wichtigsten Finanzplätzen haben die Märkte am Mittwoch positiv auf die Wiederwahl von US-Präsident Obama reagiert. In Europa und Asien legten die Börsen zu, für die Wall Street zeichnete sich zuletzt ebenfalls ein positiver Handelsstart ab.

Nun wird es darum gehen, ob es den Demokraten und Republikanern gelingt, die fiskalische Klippe rasch zu umschiffen.

Dabei geht es um die möglichen Folgen der in den USA zum Ende des Jahres drohenden Steuererhöhungen bei gleichzeitigen Budgetkürzungen. "Dass die Wahl klar ausgegangen ist, kommt gut an", sagte Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB. "Das sorgt für Sicherheit."

Dass Obama den Sieg ein weiteres Mal davongetragen hat, stimmt die Märkte auch optimistisch hinsichtlich der weiteren lockeren Geldpolitik in den USA. "Es wird nun erwartet, dass der Vertrag von Notenbankchef Ben Bernanke bis 2014 verlängert wird", sagte Walk. "Bei einer Wahl Mitt Romneys hingegen, so wurde an den Märkten vermutet, wäre John Taylor Bernankes Nachfolger geworden und hätte die Leitzinsen wieder nach und nach angehoben."

In Europa gewann der EuroStoxx 50 am Vormittag 0,82 Prozent hinzu. An der Börse in Frankfurt kletterte der Leitindex Dax um etwas mehr als ein halbes Prozent. Der FTSE 100 in London sowie der Cac 40 in Paris rückten um 0,53 und 0,92 Prozent vor. Ein ähnliches Bild zeigte sich an den Börse in Asien. Hier waren die Kurstafeln überwiegend grün. Dass der Nikkei-225-Index in Tokio mit einem Minus von 0,03 Prozent ausscherte, lag vor allem an einem stärkeren Yen.

Die Futures auf den Dow Jones Industrial und die Technologiebörse Nasdaq-100-Index deuteten zuletzt auf eine freundliche Eröffnung der US-Börsen hin.

Der kurstreibende Effekt an den Börsen könnte allerdings nur kurzfristig sein, warnte Kapitalmarktexperte Oliver Roth von Close Brothers Seydler. "An der republikanischen Mehrheit im Repräsentantenhaus hat sich nichts geändert, und damit tritt wieder die Frage in den Vordergrund, ob die fiskalische Klippe umschifft werden kann." Das Ausbleiben einer Einigung könnte eine Rally an den Aktienmärkten vermiesen, so Roth.