Erstellt am 25. Juli 2013, 13:18

ÖAMTC macht sich für Erdgas-Autos stark. Mit Erdgas betriebene Pkw sind nach Ansicht des Autofahrerclubs ÖAMTC nicht nur sauberer als Diesel- oder Benzinautos, sondern auch deutlich günstiger im Betrieb.

Ihre Verbreitung sollte daher mit steuerlichen Anreizen gefördert werden, so der Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung, Bernhard Wiesinger. Auch E-Control-Chef Walter Boltz hält die Nutzung von Gas im Pkw-Verkehr für sinnvoll.

Laut Wolfgang Altmann vom Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen (FGW) sind derzeit rund 8.000 neu zugelassene Erdgas-Pkw in Österreich unterwegs. Dass die meisten Autofahrer Erdgas-Autos beim Autokauf nicht einmal in Erwägung ziehen, liegt nach Ansicht von Wiesinger vor allem daran, dass sie zu wenig darüber wissen.

Eine Umfrage habe ergeben, dass vielen Autofahrern zwar bewusst sei, dass Erdgas umweltfreundlicher sei als Benzin oder Diesel, nur wenig wüssten aber, wie sparsam Erdgasautos seien. "Sie kommen mit dem selben Geldbetrag mit einem Erdgasfahrzeug um 50 Prozent im Vergleich zum Diesel weiter oder um 100 Prozent im Vergleich zum Benzin", sagte Wiesinger.

Weitere Hemmschwellen für den Kauf eines Erdgasautos sei die vermutete geringe Tankstellendichte, Angst vor erhöhter Explosionsgefahr bei Unfällen oder die Befürchtung, mit Gasautos nicht in Tiefgaragen fahren zu dürfen. Diese Befürchtungen ließen sich alle entkräften, sagte Wiesinger. So hätten Crashtests ergeben, dass im Falle eines Unfalls keine höhere Explosionsgefahr bestehe als mit einem herkömmlichen Auto.

Das Argument, es gebe zu wenige Tankstellen, lässt auch Boltz nicht gelten. Tankstellen gebe es genug, vor allem an den Hauptverkehrsrouten. Darüber hinaus sei Gas in ausreichender Menge vorhanden, ebenso die nötige Infrastruktur. "Wenn man in Österreich davon ausgehen würde, dass 100 Prozent des Pkw-Verkehrs - inklusive Tanktourismus - mit Erdgas betrieben wird, dann würde das den Gasverbrauch Österreichs ungefähr verdoppeln. Das sei im bestehenden Gasnetz locker abzudecken, erklärte der E-Control-Chef.

Insgesamt gebe es in der EU rund 4.000 Gastankstellen und 1,7 Millionen gasbetriebene Pkw, sagte Boltz. Alleine in Italien würden 800.000 Gas-Pkw fahren, in den USA seien es 130.000, aber mit stark steigender Tendenz. Auf Deutschlands Straßen würden ungefähr 90.000 bis 100.000 Gasautos fahren und das Gastankstellen-System sei gut ausgebaut.