Erstellt am 02. August 2013, 11:38

ÖAMTC: Vorsicht beim Wildcampen – hohe Strafen drohen. Wer in der freien Natur campt muss mit hohen Geldstrafen rechnen. Der Österreichische Camping Club informiert über die Gesetze in den jeweiligen Ländern.

Beschaulichkeit genießen und Ruhe tanken: Der Garten als Ort der Entspannung ist wertvoll für Körper und Seele. Foto: A. Haiden/Natur im Garten Natur im Garten / Schaugarten Stich 2009  |  NOEN, A. Haiden/Natur im Garten
In der freien Natur zu übernachten ist immer noch ein Abenteuer, von dem viele Camper träumen."Gelegentlich allerdings auch deshalb, weil der Spaß schlicht nicht erlaubt ist und bestraft werden kann", erklärt Tomas Mehlmauer vom Österreichischen Camping Club (ÖCC).

Diese leidvolle Erfahrung musste auch ÖCC-Mitglied Erich P. aus Taiskirchen machen, der auf der Rückreise aus seinem Kroatien-Urlaub von der Polizei angehalten wurde. Herr P., der mit dem Wohnmobil unterwegs war, sollte den Grenzbeamten Nächtigungsbelege vorweisen. Weil er keinen Nachweis für Übernachtungen auf Campingplätzen oder in Hotels bei sich hatte, hielten die Ordnungshüter P. - obwohl er auf einem Campingplatz übernachtet hatte - für einen Wildcamper und hoben eine Strafe von 140 Euro ein.

Im Süden strenger als im Norden

"Derart hohe Strafen für vermeintliche und wirkliche Wildcamper sind keine Seltenheit", hält der ÖCC-Experte fest. "Die Bestimmungen sind allerdings von Land zu Land unterschiedlich, es ist daher ratsam, sich bereits im Vorhinein genau zu informieren." Grundsätzlich gilt: In nördlichen Ländern sind die Gesetze in Bezug auf Wildcamping nicht so streng wie im Süden. In Estland, Lettland, Litauen, Norwegen und Schweden ist es mit kleinen Einschränkungen erlaubt, mehrere Nächte in der freien Natur zu campen.

Mehr dazu: In welchen Ländern man in der freien Natur campen darf



In welchen Ländern man in der freien Natur campen darf

Im Gegensatz dazu haben zwei der laut ÖAMTC-Reisemonitoring beliebtesten Urlaubsländer der Österreicher, nämlich Kroatien und Griechenland, besonders strenge Bestimmungen, was das Campen betrifft. "Dort darf man weder auf Raststätten noch auf Parkplätzen und nicht einmal auf Privatgrundstücken die Nacht verbringen", warnt Mehlmauer.

Etwas liberaler, aber auch unübersichtlicher ist die Lage hingegen in Frankreich. "Hier darf auf Privatgrundstücken mit Genehmigung des Besitzers gecampt werden. Allerdings gilt diese Freiheit nicht, wenn man sich an der Küste befindet", erklärt der ÖCC-Experte. "Auch in der Nähe von Sehenswürdigkeiten ist das Campen verboten." Wer das ignoriert und sein Zelt z. B. in einem Natur- oder Wasserschutzgebiet aufschlägt, muss mit bis zu 1.500 Euro Strafe rechnen.
 
Österreichischer Camping Club informiert

Die wichtigsten Bestimmungen zum Campen in allen europäischen Ländern sind unter www.campingclub.at übersichtlich zusammengefasst. Dort findet man auch umfassende Infos zum Thema Wildcampen und die offiziellen Stellplätze außerhalb der Campingplätze. ÖCC-Mitglieder können zusätzlich das exklusive ÖCC-Reiseservice in Anspruch nehmen und sich persönlich beraten lassen.