Erstellt am 21. April 2011, 12:41

ÖBB betsätigt "Aus" für Personenverkehr. Das "Aus" für den Personenverkehr auf der Bahnlinie Oberwart-Friedberg mit 1. August haben die ÖBB am Donnerstag nun auch offiziell bekanntgegeben. Begründet wird der Schritt laut Aussendung mit dem Ergebnis von Frequenzzählungen

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Diese hätten an Werktagen eine durchschnittliche Fahrgastzahl "im einstelligen oder im unteren zweistelligen Bereich" ergeben. Kritik an der Entscheidung kam schon im Vorfeld von der FPÖ und den Grünen. Die SPÖ argumentiert hingegen, die Einstellung werde "durch ein attraktives Busangebot mehr als kompensiert".

Das Land Burgenland soll laut den ÖBB nun für die Strecke ein Bus-Nachfolgekonzept einrichten. Buslinien sollen "eine höherwertige Alternative" bieten, erklärte SP-Verkehrssprecher LAbg. Günter Kovacs in einer Aussendung. Statt zweier direkter Bahnverbindungen Richtung Wien an Werktagen und fünf retour sollen werktags täglich 20 Busse Firma Dr. Richard/Südburg nach Wien und zurück unterwegs sein. Die Fahrzeit soll sich von 109 Minuten auf 90 reduzieren. Am Sonntag werde zu den bestehenden elf Kurspaaren ein weiterer Buskurs eingefügt.

Bei Fahrgastzählungen habe sich gezeigt, dass im Schnitt maximal 15 Kunden pro Zug fahren. Es gehe um den sinnvollen Einsatz von Steuergeldern. "Mit 'Geisterzügen' ist den Pendlern nicht geholfen", meinte Kovacs. Der Güterverkehr auf der Strecke bleibe erhalten.

Die ÖBB verwiesen auf die im März unterzeichnete "Absichtserklärung über die Weiterentwicklung der Eisenbahninfrastruktur im Burgenland". Sie sieht bis 2016 Investitionen in die Schieneninfrastruktur im Burgenland im Ausmaß von 55 Millionen Euro vor. Mit vier Projekten, darunter der Bau der Schleife Ebenfurth, gehe man in die Planungsphase. Zu den Vorhaben zählt auch die Elektrifizierung der Strecke Wiener Neustadt - Loipersbach - Schattendorf.

Gegen eine Einstellung des Personenverkehrs im Abschnitt Oberwart-Friedberg hatte sich Donnerstagvormittag noch die Gewerkschaft vida ausgesprochen. Eine Schließung hätte "fatale Folgen für die Region Oberwart-Hartberg, aber auch das südliche Niederösterreich", so vida-Landesvorsitzender Erich Mauersics. Die Gewerkschaft fordert statt der Einstellung eine Attraktivierung der Bahnstrecke Oberwart-Aspang, um "eine wesentliche Fahrzeitverkürzung" sowie die Anbindung an den Wiener Zentralbahnhof zu erzielen.