Erstellt am 30. Oktober 2012, 22:58

ÖBB-Cargo schließt 41 Verladestellen. Der Aufsichtsrat der ÖBB-Gütersparte Rail Cargo Austria (RCA) hat heute ein weiteres Restrukturierungsprogramm beschlossen.

Bis Jahresende werden 100 Mitarbeiter abgebaut. Aufgrund einer durchgeführten Analyse werden insgesamt 41 Verladestellen spätestens bis Ende März nicht mehr bedient. Die Bedienstellen werden damit von 461 auf 420 reduziert.

Bei allen betroffenen Bedienstellen bleibe die Infrastruktur erhalten, eine Folgenutzung z.B. durch regionale Initiativen ist somit möglich, so die ÖBB in einer Aussendung. Auch die RCA könnte bei Mengensteigerungen die Bedienstellen wieder anfahren. Weitere Schließungen seien nicht vorgesehen. Die Verlagerung von Lkws auf die Straße durch diese "Bedienstellenrasteroptimierung" betrage für ganz Österreich rund 94 Lkw pro Tag, so die ÖBB.

Geschlossen werden fünf von 41 Bedienstellen in Kärnten, nämlich St. Paul, Bleiburg, Weitzelsdorf, Feistritz/Rosental und Kötschach Mauthen. In der Steiermark sperren sechs von 62 zu, nämlich Eisenerz, Friedberg, Großreifling, Hieflau, Weissenbach-St. Gallen und Rohrbach-Vorau. In Oberösterreich sind es sechs von 78, und zwar Ottensheim, Kefermarkt, Freistadt, Summerau, Windischgarsten und Kleinreifling. In Niederösterreich werden sieben von 146 zugesperrt: Sitzenberg-Reidling, Hausleiten, Aschbach, Haag, St. Peter-Seitenstetten, Fels und Wagram-Grafenegg. Im Burgenland sind es 10 von 14, nämlich Gattendorf, Kittsee, Pama, Zurndorf, Markt St. Martin, Oberloisdorf, Oberpullendorf, Raiding-Lackendorf, Oberwart und Altpinkafeld. In Tirol sind es vier von 37: Gießenbach, Scharnitz, Steinach in Tirol und Matrei. In Wien werden drei von 26 geschlossen: Hernals, Ottakring und Franz Josefsbahnhof - Frachtgut.

Bis Ende 2012 werden rund 100 Mitarbeiter abgebaut, vorwiegend durch Kündigungen. Davon sind 10 Leasingmitarbeiter, 20 haben das Unternehmen auf eigenen Wunsch bereits verlassen, die restlichen 70 werden in den nächsten Tagen im Frühwarnsystem des AMS angemeldet. Mit dem Betriebsrat sei ein Abfertigungsmodell entwickelt worden.

Bei der Rollenden Landstraße (Rola) werden wegen Nachfragerückgangs "in Folge der Aufhebung des sektoralen Fahrverbots durch den EuGH und die schwere Wirtschaftskrise in Italien und Südosteuropa" statt bisher sechs zukünftig vier tägliche Relationen angeboten.

Auf der Brennerachse wird die Verbindung von Regensburg nach Trento ab Fahrplanwechsel mit täglich 3 Zugpaaren nicht mehr bedient. Zudem werden die zwei Zugpaare der Strecke von Wels nach Szeged in Ungarn ebenfalls eingestellt. Insgesamt stehen somit ab Fahrplanwechsel mit den Verbindungen Wörgl - Trento, Wörgl - Brennersee, Wels - Maribor und Salzburg - Triest weiterhin vier Relationen zur Verfügung.