Erstellt am 30. Dezember 2012, 15:26

ÖBB-Catering - Massive Kritik an Arbeitsbedingungen. Die Gewerkschaft vida kritisiert die Arbeitsbedingungen der Catering-Mitarbeiter in ÖBB-Zügen.

"Es sind mehr als 50 Prozent der Kolleginnen und Kollegen nach ungarischem Kollektivvertrag angestellt und verdienen zwischen 450 und 600 Euro", so die Gewerkschaft laut orf.at. Anfang April 2012 hatte die Do&Co-Tochter "Henry am Zug" das Catering in den ÖBB-Zügen übernommen. "Die Arbeitszeiten sind teilweise zehn Stunden durchgehend ohne eine gesetzliche Pause. Sie haben gesagt, es gibt keine Aufenthaltsräume. Sie müssen sich während der Wendezeiten auf den Bahnsteigen oder in Restaurants aufhalten", berichtete Ida Fleissner, Betriebsrätin im ÖBB Personenverkehr. Gegenüber ORF Radio Salzburg hat Do&Co zu den Vorwürfen bisher nicht Stellung genommen. Es werde am Sonntag voraussichtlich noch eine Stellungnahme von "Henry am Zug" geben, hieß es auf Anfrage.

ÖBB-Chef Christian Kern hatte im Jänner die Entscheidung für Do&Co als "win-win-Situation" für die Kunden und die Bahn bezeichnet. Die "Zuschüsse" der Bahn zum Catering sollen, laut Kern in der Vertragslaufzeit um rund 42 Mio. Euro sinken, hieß es damals. Außerdem soll bei der Qualität als auch beim Preis eine Verbesserung zur Vorgängerfirma e-express bemerkbar sein.

Kritik der Gewerkschaft gibt es auch an den Bekleidungsvorschriften für die Catering-Mitarbeiter: "Ich brauche nicht zu erwähnen, was es heißt, auf Stöckelschuhen durch den Zug gehen zu müssen, weil sich das der Chef einbildet", so Oliver Gruber, Betriebsrat der ÖBB-Zugbegleiter. Das sei "schon arbeitsmedizinisch ein bisschen bedenklich".

Die Fahrgastvereinigung probahn appellierte am Sonntag in einer Aussendung an das Management der Verkehrsunternehmen, sich auch um die Arbeitsbedingungen und Qualitätsstandards der Zulieferer und Caterer zu kümmern.