Erstellt am 19. September 2011, 13:01

ÖBB rüsten Streckenlänge um 400 Kilometer auf. Verkehrsministerin Bures und die ÖBB haben am Montag ihr Zielnetz 2025+ präzisiert. Rund 400 Kilometer neue Strecke bzw. verbesserte Abschnitte sollen das Bahnfahren angenehmer machen, gleichzeitig werden 700 Kilometer an die Länder abgegeben. 2025 sollen täglich rund 9.000 statt wie derzeit 7.000 Züge fahren. Damit erhöhe sich die Zahl der Bahnkunden jährlich von 240 auf 300 Millionen.

In der ersten Phase des Zielnetzes sind die Ertüchtigung der wesentlichen Teile des bestehenden Eisenbahnnetzes, die Inbetriebnahme der viergleisigen Westbahn zwischen Wien und Wels, des Hauptbahnhofes Wien sowie die Schaffung einer "Neuen Südbahn" geplant. "All diese Projekte sind im aktuellen Rahmenplan 2011 bis 2016 enthalten und sind Teil des europäischen Netzes", so Bahnchef Christian Kern. Die ÖBB würden jedenfalls nur dort fahren, wo es gegenüber dem Steuerzahler vertretbar ist.

Jährlich investiert der Bund rund 2 Mrd. Euro in den Ausbau und die Modernisierung von Streckennetz und Bahnhöfen, so viel wie nie zuvor", rechnete Bures vor. Es werde mit Hochdruck an der Beseitigung aller fahrplanrelevanten Langsamfahrstellen bis 2014 gearbeitet und 100 Bahnhöfe würden modernisiert. "Die Eisenbahn ist das größte Umweltprojekt des Landes", gab Bures zu bedenken.

Sichtlich verärgert reagierte Kern auf die neuerlichen Angriffe der ÖVP auf die Staatsbahn. Es sei zwar richtig, dass jeder Österreicher wegen der Bahn Schulden von 2.350 Euro hat - dem stehe aber ein Wert der ÖBB von 2.450 Euro je Bürger entgegen. Vom Bund gebe es heuer 2,97 Mrd. Euro, davon würden alleine 660 Mio. Euro auf gesamtwirtschaftliche Leistungen entfallen. Kritik am Pensionssystem der Bahn relativierte er. Seit 1995 sei kein einziger ÖBBler nach dem Bahn-Pensionsrecht angestellt worden.