Erstellt am 07. Oktober 2011, 13:11

ÖBB startet WLAN auf Westbahn Mitte 2012. Die ÖBB bauen das digitale Zugfunknetz GSM-R weiter zügig aus und auch für die Fahrgäste soll die digitale Revolution bald beginnen. Bis Mitte des kommenden Jahres soll die Westbahn mit WLAN für einen drahtlosen Internetzugang ausgerüstet sein.

Die Südbahn soll folgen, hier laufen Gespräche mit den Mobilfunkanbietern, so Bahnchef Christian Kern am Freitag zur APA.

Gespräche gibt es auch in einer anderen, weit heikleren Causa. Nachdem Kern Ende September laut über Dienstrechtsänderungen für die gut 40.000 ÖBBler nachgedacht hat, hatte ihm der oberste Bahngewerkschafter und SPÖ-Abgeordnete Haberzettl via Medien eine "Kriegserklärung" ausrichten lassen. Kern meinte, die kontroversiellen Themen bei der Bahn seien kein "Kinderfasching", da würden schon mal deftigere Worte fallen. Man sei aber in ständigen Gesprächen, von einem Kriegszustand könne jedenfalls keineswegs die Rede sein.

Kern hatte am Freitagvormittag gemeinsam mit Kari Kapsch, Geschäftsführer der Kapsch-Telekommunikations-Tochter CarrierCom AG, und langjähriger Technologiepartner der Staatsbahn, die "Kapsch-Lok" mit Sekt getauft. Die Taurus-Lok ist in den Kapsch-Farben schwarz und gelb gehalten und laut Kari Kapsch ein "mobiles High Tech-Plakat". Kapsch ist der Technologiepartner beim Zugfunk GSM-R, der die Basis für ein neues, europaweites Signal- und Zugsicherungssystem ist. Mittlerweile sind knapp 1.200 km der vorgesehenen Streckenkilometer im Einsatz - also rund ein Drittel der im Endausbau geplanten 3.500 km.

Kern betonte bei der Zugtaufe, dass die ÖBB nicht das vielzitierte "Fass ohne Boden" seien, sondern das Beispiel GSM-R zeige "wo das Geld hinfließt". Die Bahn sei ein wichtiger heimischer Investor, der mit seinen Aufträgen Technologieunternehmen und damit auch Forschung und Entwicklung fördere. Mit GSM-R werde der Bahnverkehr sicherer und schneller - und er werde auf europäischer Ebene kompatibel, was die Übergabe der Züge an den Grenzen erheblich beschleunige.