Erstellt am 12. Dezember 2011, 15:58

ÖBB-Verlust 2011 bei 28 Mio. statt 48 Mio. Euro. Die ÖBB machen 2011 doch nicht so viel Verlust wie befürchtet. Statt der erwarteten 48 Mio. Euro sind es nun voraussichtlich 28 Mio. Euro, teilte die Staatsbahn mit.

Gleichzeitig gab die Bahn bekannt, dass die Mitarbeiter eine Prämie von 180 Euro erhalten - wenn es 2011 ein positives Betriebsergebnis (Ebit) vor Einmaleffekten in allen drei ÖBB-Teilbereichen gibt. Und davon gehen die ÖBB aus.

Damit erhalten die ÖBBler eine nachträgliche Lohnerhöhung von im Schnitt 0,36 Prozent. Im Juni 2011 wurde ihnen im Rahmen der jährlichen Kollektivvertrags-Verhandlungen eine Ist-Lohnerhöhung von 2,4 Prozent zugesprochen, damals meinte ÖBB-Chef Christian Kern: "Das Unternehmen ist mit diesem Abschluss angesichts des konjunkturellen und inflationären Umfeldes an seine Grenzen gegangen."

Heute hielt Kern fest: "Euphorie ist nicht angebracht, wir können uns das Ergebnis nur leisten, weil die bisherigen Sanierungsmaßnahmen über Plan greifen und wirken." Der neue Konzernbetriebsratschef Roman Hebenstreit zeigte sich zufrieden, dass damit vor allem bei niedrigen Gehältern Reallohnverluste vermieden werden.

Dem Lohnzuschlag war eine Streikdrohung der Eisenbahnergewerkschaft voraus gegangen, insgesamt waren sechs Verhandlungsrunden für eine Einigung notwendig. Die Arbeitnehmer akzeptieren im Gegenzug Abstriche bei den betriebsinternen Restaurants, Details dazu wurden nicht genannt. Die Bahn kostet die Prämie rund 8 Mio. Euro, dem stehen Einsparungen aus der Mitarbeiterverpflegung in nicht genannter Höhe gegenüber. Insgesamt betragen die jährlichen Personalkosten der ÖBB rund 2,4 Mrd. Euro.