Erstellt am 22. Juli 2013, 14:05

ÖBB wollen Ältere nicht aufs Abstellgleis schieben. Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) wollen mit Gesundheitsförderung und betrieblicher Wiedereingliederung Ältere länger im Unternehmen halten.

"Wir schieben die Älteren nicht mehr aufs Abstellgleis", erläuterte ÖBB-Chef Kern am Montag. Pensionierungen gesunder Mitarbeiter mit 51 bis 53 Jahren, wie dies vor einigen Jahren noch geschah, gebe es nun nicht mehr. Durch das 2012 beschlossene Aus für die sogenannten "organisatorischen Ruhestandsversetzungen" steigen Pensionsantrittsalter und Durchschnittsalter im Konzern stetig an, da die Mitarbeiter länger im Unternehmen bleiben. Derzeit gehen die - gesunden - ÖBB-Beschäftigen im Schnitt mit 59,4 Jahren in Pension, in drei Jahren soll das Pensionsantrittsalter auf 61,5 Jahre steigen.

Dadurch sinken die Pensionsantritte drastisch: Noch im Jahr 2006 gingen fast 3.000 ÖBB-Beschäftigte in Pension, im Jahr 2012 waren es weniger als 500. In Folge steigt auch das Durchschnittsalter der aktiven Beschäftigten von 43,0 Jahren (2012) laut Prognose auf 47,7 Jahre (2020). Im Jahr 2020 werden rund 38 Prozent der Bahnbeschäftigten über 55 Jahre alt sein. "Die ÖBB werden ein 50-Plus-Konzern", stellte Kern fest - da brauche es auch entsprechende Maßnahmen.

Gemeinsam mit der Versicherungsanstalt für Eisenbahn und Bergbau (VAEB) wurde in einem Pilotprojekt bereits damit begonnen, psychisch und physisch kranke Mitarbeiter anzusprechen und bei der Wiedereingliederung zu unterstützen. Zwei Drittel hätten das Angebot angenommen, die Maßnahmen wie Evaluierung des Arbeitsplatzes, eventuelle Umschulung oder Stressseminare seien erfolgreich umgesetzt worden. Die Gesundheitsdaten bleiben bei der VAEB, erläuterte VAEB-Obmann Winkler. Das Pilotprojekt soll nun bis zum Jahr 2015 auf den ganzen Konzern erweitert werden. "Die ÖBB sind ein soziales Unternehmen", betonte Kern.