Erstellt am 27. März 2012, 10:45

OECD erwartet 0,2 Prozent Wachstum in Eurozone. Die OECD hat in ihrem Wirtschaftsausblick für die Eurozone ein düsteres Bild gezeichnet.

Der am Dienstag in Brüssel präsentierte Bericht sieht für die Eurozone ein geringes BIP-Wachstum von lediglich 0,2 Prozent für 2012 vor. Für 2013 wird ein Anstieg auf 1,4 Prozent prophezeit. Die Arbeitslosigkeit wird demnach in der Eurozone im laufenden Jahr auf 10,3 Prozent ansteigen.

Trotz rückläufiger Neuverschuldung geht die OECD davon aus, dass der Schuldenstand der Eurozone weiter leicht steigt und auch 2013 über 90 Prozent des BIP liegen wird. Es werde noch "viele Jahre" eine Sparpolitik brauchen, um die Verschuldungsrate wieder auf ein nachhaltiges Niveau zu senken. Zudem seien ambitionierte Strukturreformen nötig, um Wachstum zu schaffen und die Wirtschaft ins Gleichgewicht zu bringen. Die Reformen müssten die Regulierung der Märkte, den Arbeitsmarkt, das Steuersystem und den gemeinsamen Markt betreffen.

Die OECD ruft zu entschlossenen Maßnahmen zur Stabilisierung vor allem der Schuldenkrise in der Eurozone auf. Dazu seien auch die Rettungsschirme EFSM, EFSF und der künftige ESM sowie die Unterstützung durch den Internationalen Währungsfonds IWF "entscheidende Schritte nach vorn". Griechenland sei ein "Ausnahmefall". Die Schuldenreduzierung des südlichen Eurolandes sollte auf freiwilligem Weg erfolgen.

Die Wirtschaft der EU-27 befinde sich in einer ernsthaften Abwärtsbewegung. Grund dafür sei, dass sich die Schuldenkrise hinausgezogen habe und das Vertrauen gesunken sei. Die Wirtschaft werde auf kurze Sicht schrumpfen, "aber auch die langfristigen Wachstumserwartungen sind düster".