Erstellt am 11. Juli 2011, 12:15

OECD fordert Beteiligung Privater bei Eurokrise. OECD-Generalsekretär Angel Gurria hat sich am Montag in Wien eindinglich für eine Beteiligung der privaten Gläubiger an der Lösung der Schuldenkrise in einigen Eurozonen-Ländern ausgesprochen.

Die Steuerzahler in den Euroländern würden ihren Beitrag zur Stabilisierung leisten, auch die privaten Gläubiger müssten dies tun, forderte Gurria bei einer Pressekonferenz.

Griechenland brauche für die Bewältigung seiner Probleme "mehr Zeit": Sowohl für die Stabilisierung des Haushalts als auch für die Privatisierungen müsse dem Land Zeit gewährt werden. Für Österreich rechnet Gurria nicht mit negativen Auswirkungen durch die Krise in den Eurozonen-Ländern Griechenland, Italien, Spanien und Portugal. Lediglich die Bedienung der Schulden könne durch die Instabilitäten auf den Märkten etwas teurer werden.

Finanzstaatssekretär Schieder (SPÖ) ist unterdessen überzeugt, dass auch die österreichischen Banken bei der in Europa diskutierten Beteiligung des Privatsektors beim "Schuldenstrecken" für Euro-Problemländer mitmachen werden. Er glaube, dass die heimischen Institute "gemäß dem Portfolio, das sie haben, auch durchaus im Rahmen einer europäischen Bandbreite bereit sind mitzuziehen", so Schieder im Ö1-"Morgenjournal".

Bei der Diskussion auf europäischer Ebene gehe es darum, dass man mit einem "Rollover", also mit einer Verlängerung der Frist, "die Privaten, nicht die öffentlichen Institutionen", die Papiere halten, in eine Neustrukturierung der Schulden mit einbeziehe, so Schieder.