Erstellt am 17. Juni 2011, 17:52

OECD warnt vor steigenden Lebensmittelpreisen. Zucker-Knappheit, Engpässe bei der Getreideversorgung und weitere Hungersnöte: Die Versorgung der Menschheit mit Nahrungsmitteln bleibt problematisch. In Industrieländern müssen sich die Verbraucher laut OECD-Bericht im kommenden Jahrzehnt auf steigende Preise einstellen.

Getreide könnte im Vergleich zu 2001 bis 2010 inflationsbereinigt rund 20 Prozent teurer werden, Fleisch sogar um 30 Prozent.

Verantwortlich dafür sind nicht nur die steigende Nachfrage und höhere Erzeugerkosten. Auch der Boom von Biokraftstoffen werde im kommenden Jahrzehnt die Durchschnittspreise nach oben treiben, schreiben Forscher der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Agrarorganisation der Vereinten Nationen (FAO) im "Landwirtschaftsausblick 2011-2020". Vor allem in Entwicklungsländern mit schnell wachsenden Bevölkerungen wie in Afrika drohten neben Unterernährung auch Gefahren für die wirtschaftliche Stabilität.

"Höhere Preise sind zwar gut für Landwirte, für jene Menschen aber, die ohnehin schon einen großen Teil ihres Einkommens für Essen aufwenden müssen, sind sie eine Katastrophe", kommentierte OECD-Generalsekretär Angel Gurría.

Eine nur noch langsam wachsende Agrar-Produktion wird nach Einschätzung der Experten die Situation erschweren. Die Schätzungen fürs kommende Jahrzehnt liegen bei 1,7 Prozent jährlich - von 2001 bis 2010 waren es noch 2,6 Prozent.

Den gleichen Trend gibt es im Fischereisektor. Der Fischfang auf hoher See dürfte bis 2020 sogar sinken, sodass in vier Jahren wohl Zuchtbetriebe die Hauptquelle für Speisefisch bilden werden.

Entwicklungshelfer glauben unterdessen nicht an eine schnelle Verbesserung der Situation. Das G20-Agrarministertreffen in der kommenden Woche in Paris drohe eine "echte Bruchlandung" zu werden, kommentierte die Organisation Oxfam.