Erstellt am 22. Mai 2012, 12:40

OECD warnt vor Teufelkreis in der Euro-Zone. Die OECD warnt wegen der Konjunkturschwäche und des wackligen Finanzsystems vor einem Abwärtsstrudel in der Euro-Zone.

Der nötige Reformprozess habe begonnen, werde aber durch laues Wirtschaftswachstum gebremst, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Dienstag in ihrem halbjährlichen Wirtschaftsausblick mit. "Vor diesem Hintergrund wächst die Gefahr eines Teufelskreises, der durch eine hohe und nicht abnehmende Verschuldung, ein schwaches Bankensystem, eine zu starke fiskalische Straffung und ein niedrigeres Wachstum in Gang gesetzt werden könnte." Die Staatsschuldenkrise sei noch nicht gebannt. "Sie stellt nach wie vor den größten Risikofaktor für die Weltwirtschaft dar."

Jüngste Wahlen in Ländern wie Griechenland und Frankreich zeigten eine zunehmende Reformmüdigkeit im Währungsraum. Deshalb müssten Anstrengungen zur Konsolidierung der öffentlichen Haushalte und Strukturreformen Hand in Hand gehen, "damit dieser Prozess so wachstumsfreundlich wie möglich ist". Das Tempo der Konsolidierung könnte in einigen Ländern allerdings gedrosselt werden. Dies gelte vor allem für den Fall, wenn die Wirtschaft in diesen Staaten nicht auf die Beine komme.

Die deutsche Wirtschaft bleibt nach Prognose der OECD die Wachstumslokomotive der Euro-Zone. Das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr mit 1,2 Prozent doppelt so schnell steigen wie noch im Herbst angenommen. 2013 soll es sogar um zwei Prozent zulegen. In der gesamten Währungsunion werde das Bruttoinlandsprodukt dagegen um 0,1 Prozent schrumpfen, ehe es 2013 wieder um 0,9 Prozent wachsen werden.