Erstellt am 31. Oktober 2011, 14:54

OECD: Wirtschaft schwächelt stärker als erwartet. Die Wirtschaft in der Eurozone wird sich nach Einschätzung der Industriestaaten-Organisation OECD noch schwächer entwickeln als bisher befürchtet. Für die Länder mit der Gemeinschaftswährung erwarten die OECD-Ökonomen im kommenden Jahr nur noch ein Wirtschaftswachstum von 0,3 Prozent.

Im vergangenen OECD-Ausblick aus dem Monat Mai hatte die Prognose noch bei 2,0 Prozent gelegen.

Hintergrund der düsteren Aussichten in Europa ist nach Einschätzung der OECD vor allem die Staatsschuldenkrise. "Ein Großteil der derzeitigen Schwächephase ist auf einen generellen Vertrauensverlust in die Fähigkeit der Politik zurückzuführen, angemessene Antworten zu platzieren", kommentierte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung am Montag in Paris.

Als kurzfristige Maßnahmen empfiehlt sie Zinssenkungen in der Eurozone. Zudem sollten die Zentralbanken weiterhin hinreichend Liquidität bereitstellen, um die Spannungen an den Finanzmärkten abzudämpfen. "Angesichts des langsamen Wachstums werden auch die Arbeitsmärkte noch einmal schwächer werden", warnte die OECD. Vor allem die Langzeitarbeitslosigkeit drohe ein großes Problem zu werden.

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird an diesem Donnerstag über ihre Leitzinsen entscheiden, erstmals unter Leitung des Italieners Mario Draghi, der am Dienstag Jean-Claude Trichet an der EZB-Spitze ablöst. Viele Volkswirte rechnen mit einer EZB-Zinssenkung, allerdings noch nicht in diesem Monat.