Erstellt am 01. September 2011, 13:24

Öffentliche Hand zahlt Rechnungen schneller. Österreichs Unternehmen und die öffentliche Hand zahlen heuer ihre Rechnungen pünktlicher als noch vor einem Jahr. Firmenkunden begleichen sie im Schnitt nach rund 30 Tagen und damit um zwei Tage früher als 2010.

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Grund dafür ist aber eine Verkürzung des Zahlungsziels von 26 auf 24 Tage, der Zahlungsverzug bleibt mit sechs Tagen unverändert.

Rund 76 Prozent der vom Kreditschutzverband von 1870 (KSV) Befragten geben an, dass die öffentliche Hand ihre Rechnungen innerhalb des Zahlungsziels begleicht. Dennoch benötigt sie durchschnittlich 38 Tage, inklusive acht Tage Zahlungsverzug, um Ausstände zu begleichen. Das ist um zwei Tage früher als im vergangenen Jahr. "Für manche Unternehmen ist die späte Zahlung existenzbedrohend. Auch wenn hier noch einiges an Verbesserungspotenzial vorhanden ist, so scheint nun doch zumindest etwas Bewegung in den starren Apparat der vergangenen Jahre zu kommen", so KSV-Vorstand Johannes Nejedlik in einer Aussendung. Es gebe aber ein "signifikantes West-Ost-Gefälle". Drei Tage Zahlungsverzug in Vorarlberg würden neun Tage in Wien und Niederösterreich gegenüberstehen.

Im europäischen Vergleich zahlen österreichische Firmenkunden mit 30 Tagen am zweitschnellsten, nur übertroffen von Finnland mit 27 Tagen. Tendenziell ist die Zahlungsmoral in nordeuropäischen Ländern deutlich höher als in Südeuropa. Negativer Spitzenreiter ist Griechenland mit einer durchschnittlichen Zahlungsdauer von 110 Tagen, gefolgt von Italien mit 103 Tagen und Spanien mit 99 Tagen.

Privatkunden müssen mit einer Zahlungsfrist von 14 Tagen wesentlich schneller ihr Geld überweisen und tun dies im Schnitt nach 18 Tagen.