Erstellt am 06. November 2013, 12:48

Ökologische Waren in Österreich auf Überholspur. Der Umsatz von ökologischen Waren und Dienstleistungen im Jahr 2011 lag in Österreich bei knapp 33 Milliarden Euro, was einem Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 10,8 Prozent entspricht.

Zu diesem Ergebnis kam der am Mittwoch von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) präsentierte "Umweltprüfbericht: Österreich".

Arbeitsmarkt-Motor: Umweltsektor wichtiger als Tourismus

Damit spielt der Umweltsektor hierzulande bereits eine größere Rolle als etwa der Tourismus oder das Baugewerbe. Auch für den Arbeitsmarkt erweist er sich zunehmend als Motor: In den Krisenjahren 2008 bis 2011 wuchs die Beschäftigung in diesem Bereich um zwei Prozent, während sie in Österreich insgesamt nur um 0,4 Prozent zulegte.

Mit gut 170.000 Menschen arbeiten mittlerweile fast fünf Prozent der Beschäftigten im Umweltbereich, hauptsächlich in den Sparten Erneuerbare Energien, Boden- und Gewässerschutz sowie Energie-Effizienz. Die Autoren des Berichts regten diesbezüglich "eine bessere Abstimmung zwischen Umwelt- und Arbeitsmarktpolitik" an, die das Potenzial für "grüne Jobs" noch verstärken könnten.

Wichtig sei es dabei, den Strukturwandel zu flankieren und sicherzustellen, dass potenzielle Arbeitnehmer die Fähigkeiten erwerben, die sie in einer an Nachhaltigkeit orientierten Wirtschaft brauchen.

Flugsteuer und Bonus/Malus-Regelung bei Autos als erste Schritte

Weiters unterstreicht die OECD-Studie die Bedeutung einer "sozial-ökologischen" Steuerreform: "Eine solche Reform würde den Faktor Arbeit entlasten, umweltschädliches Verhalten aber stärker belasten und dadurch Wachstum und Beschäftigung fördern."

Erste Schritte in diese Richtung habe Österreich mit der Flugsteuer und der Bonus/Malus-Regelung bei der Zulassung von Autos gemacht. "Weitere Maßnahmen sollten dafür sorgen, dass auch jene Sektoren, die noch nicht in den EU-Emissionshandel eingebunden sind, einen Preis für ihren CO2-Ausstoß zahlen."

Zudem erweisen sich nach OECD-Angeben eine Reihe von Subventionen als "latent nachteilig für die Umwelt", so zum Beispiel die Pendlerpauschale oder Steuererleichterungen für Firmenwagen. Es gab aber auch Lob für Österreich. Denn in vielen Fällen kämen Subventionen auch zum Einsatz, um ökologische Ziele zu erreichen.

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