Erstellt am 31. August 2012, 07:37

OeNB-Chef Nowotny warnt vor Stammtischpolitik. Notenbankchef Nowotny warnt die Politik in der Schuldenkrise vor Populismus: "Man braucht sich nur umhören an den Stammtischen. Ich weiß schon was dort gesprochen wird", sagte Nowotny in Alpbach.

Nach Rufen nach Wiedereinführung des Schilling, Rausschmiss der Griechen und sonstigen emotionalen Äußerungen rät Nowotny den Politikern zu mehr Verantwortungsbewusstsein. Sie sollten die Folgen durchdenken.

Nowotny sprach am Donnerstagabend bei einer Pressekonferenz in Alpbach von einem finanziellen "Sarajevo", das es unbedingt zu verhindern gelte. Also unbedachte, scheinbar vom Volkswillen getragene Handlungen, die in nicht vorhersehbare Katastrophen führten.

Ein Ausscheiden des Schilling aus dem Euro wäre "völlig absurd", sagte Nowotny, eine ökonomische Katastrophe. "Ist das über Stronach hinaus konkreter geworden?" Im übrigen sei er überzeugt, dass auch Frank Stronach im praktischen Leben durchaus die Vorteile eines vernünftigen Wechselkursregimes schätzt.

Die Oesterreichische Nationalbank bestätigte indes ihre Konjunkturerwartung für Österreich für 2012 mit einem BIP-Plus von 0,9 Prozent. Für die Eurozone dürften laut Nowotny die Aussichten keine Verbesserung, eher eine Verschlechterung der Erwartung bringen. Details nannte er zu den Erwartungen nicht. Hinter der unveränderten Prognose für 2012 für Österreich steckten zwei gute erste Quartale. Das 3. und 4. Quartal ließen nun durchaus eine Stagnation erwarten.

Nowotny bekundete auch seine absolute Übereinstimmung mit der Deutschen Bundesbank für die Primärstellung der Preisstabilität in der EZB. Es bestehe in grundlegenden Fragen auf jeden Fall eine enge Übereinstimung zwischen OeNB und Bundesbank, sagte Nowotny vor Journalisten in Alpbach. Eine sehr enge fachliche Koordination gibt es schon aus der Zeit der Hartwährungspolitik.