Erstellt am 17. Juni 2011, 10:35

OeNB erhöht Wachstumsprognose 2011. Die Oesterreichische Nationalbank hat am Freitag wie erwartet die Wachstumsprognose für Österreich für 2011 angehoben, für 2012 aber unverändert gelassen. Heuer dürfte das Bruttoinlandsprodukt real um 3,2 Prozent zulegen, nächstes Jahr aber nur noch um 2,3 Prozent, nehmen die Ökonomen der Notenbank an.

Für 2013 werden 2,4 Prozent Plus gesehen, mehr als der langjährige Durchschnitt. Laut OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny dürfte die Weltwirtschaft 2011 um 4,4 Prozent wachsen, die Eurozone um zwei Prozent, sagte Nowotny. 2012 müsse man weltweit aber eine gewisse Abschwächung erwarten, etwa in den USA sei mit einer Abkühlung zu rechnen. Auch für die Eurozone - Deutschland zum Beispiel - stehe eine Abschwächung ins Haus. Österreich sei aber Teil des europäischen Wachstumskerns.

Der Privatkonsum in Österreich dürfte 2012/13 seinen Zuwachs von heuer 0,9 auf je 1,2 Prozent beschleunigen. Das Exportplus dürfte sich von heuer 10 Prozent auf um die 7 Prozent abschwächen. Die weiter sehr starke Exportdynamik sei aber der Träger des anhaltend kräftigen BIP-Wachstums und begünstige auch die Leistungsbilanz.

Die Inflation bleibe aber heuer mit 3,3 Prozent hoch, das sei auch mehr als der Schnitt der Eurozone, Grund seien die Energie- und Nahrungsmittelpreise, aber auch hausgemachte Faktoren etwa durch steuerliche Maßnahmen des letzten Budgetpakets.

Wifo und IHS hatten Anfang April für heuer 2,5 bzw. 2,3 Prozent reales BIP-Plus prognostiziert und für 2012 dann 2,0 bzw. 2,1 Prozent; hier wird eine Anhebung für heuer und eine leichte Absenkung für 2012 erwartet - die nächste Vorschau der Institute kommt in zwei Wochen.