Erstellt am 07. Juni 2013, 11:51

OeNB senkte Wachstumprognose 2013 auf 0,3 Prozent. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat ihre Wachstumsprognose für heuer und das kommende Jahr um 0,2 Prozent gesenkt. Für das laufende Jahr wird nunmehr ein Wachstum von 0,3 Prozent und für 2014 von 1,5 Prozent erwartet.

Grund dafür sei eine schwächere Nachfrage nach österreichischen Exporten, so die Nationalbank am Freitag.

Erst 2015 werde Österreichs Wirtschaft mit 1,8 Prozent wieder im langjährigen Durchschnitt wachsen. "Österreich kann sich der internationalen Entwicklung nicht entziehen, behauptet sich aber angesichts der Rezession im Euroraum bemerkenswert", so OeNB-Gouverneur Nowotny.

"Der Euroraum ist die Schwachstelle der Weltwirtschaft, während in den USA die Rezession eindeutig beendet worden sei, gelte dies für den Euroraum leider nicht. Der Euroraum ist eindeutig in einer Rezession", so Nowotny.

Hoffnung, dass Tiefpunkt bis Jahresmitte erreicht ist

Für den Euroraum erwartet die OeNB für 2013 einen Rückgang des realen BIP um 0,6 Prozent, für 2014 eine Zunahme um 1,1 Prozent und für 2015 einen Anstieg um 1,6 Prozent. Man habe die Dynamik des Abschwungs unterschätzt, so Nowotny. Die Rezession habe nunmehr auch Kernstaaten des Euroraumes wie die Niederlande und Finnland erreicht. "Es fehlt eine Wachstumslokomotive", so der Notenbankchef.

Es bestehe aber die Hoffnung, dass der Tiefpunkt der wirtschaftlichen Entwicklung bis zur Jahresmitte erreicht werde, "und wir dann wieder einen Aufschwung sehen". Diese Erwartungen basieren laut Nowotny auf einer deutlichen Verbesserung bei den Exporten und der Investitionsnachfrage.

Österreich sei somit einer der wenigen europäischen Staaten mit positiven Wachstum. Auch für Österreich erwartet Nowotny den Tiefpunkt des Einbruches in diesem Jahr, sodass Österreich nächstes Jahr wieder Wachstum haben könnte. Auch hier sollten die Exporte und die Investitionen wieder deutlich anspringen. Insgesamt gebe es in Österreich eine ausgeglichenere Entwicklung als in den anderen Staaten.

Auch auf den Arbeitsmarkt wirke sich die derzeitige wirtschaftliche Entwicklung negativ aus. Die Arbeitslosenquote sollte nächstes Jahr nicht über 5 Prozent steigen, so Doris Ritzberger-Grünwald, Direktorin der Hauptabteilung Volkswirtschaft. Österreich werde auch in den kommenden Jahren die niedrigste Arbeitslosenrate in der EU aufweisen.