Erstellt am 09. Juli 2012, 10:17

OeNB-Stresstest empfiehlt dickere Kapitalpolster. Die Spannungen an den Finanzmärkten machen auch den österreichischen Banken das Leben schwer. Ein neuer auf Österreich beschränkter Stresstest zeigt laut Oesterreichischer Nationalbank eine verbesserte Risikotragfähigkeit, aber auch bekannte Schwachstellen auf.

Den Banken wird empfohlen, ihre Kapitalpolster weiter zu stärken. OeNB-Direktor Andreas Ittner bekräftigte am Montag bei der Präsentation des neuen Finanzmarktstabilitätsberichts die Forderung der Notenbank nach weiterem Kapitalaufbau in der österreichischen Kreditwirtschaft. Angesichts der noch stärker steigenden Kapitalisierungsquoten der anderen in Ost/Südosteuropa tätigen internationalen Banken, der Unabwägbarkeiten im Fall einer europäischen Schuldenkrise sowie wegen Basel III seien österreichische Großbanken "weiterhin angehalten, ihre Kapitalquoten zu verbessern", so Ittner.

Ein wesentlicher Risikofaktor für Haushalte und Banken sei nach wie vor der hohe Anteil an Fremdwährungskrediten. Im ersten Quartal 2012 waren knapp 28 Prozent des gesamten Kreditvolumens des Haushaltssektors im Land in fremder Währung aushaftend.

Befürchtungen, dass internationale Banken - so auch die österreichischen - ihr Exposure in der Region Ost/Südosteuropa deutlich reduzieren würden, seien nach bisherigen Daten nicht eingetreten, heißt es im Bericht. Im Gegenteil: Die österreichischen Banken hätten seit dem ersten Quartal 2009 ihr wechselkursbereinigtes Exposure in der Region um 10 Prozent ausgeweitet.

Vom Osten kommt ein wichtiger Ergebnisbeitrag für die Banken. Allerdings, so die OeNB, gehe mit der höheren Profitabilität ein deutlich erhöhtes Kreditrisiko einher.